Der Kreativblockblog

(Achtung: Die aktuellsten Beiträge stehen immer oben. Es geht also rückwärts. Quasi.)

Eddi und Dän sind zum Songschreiben an der Nordsee (unser Gesangscoach Erik Sohn ist bis 19.1. auch mit dabei). Hier das Tagebuch:

21.1.2007


Der letzte Tag! Wichtige Dinge müssen noch erledigt werden: Wir wollen noch ein paar Song-Ideen festhalten, den Toast aufessen und vor allem unserer kleinen Möwe die Freiheit zurückgeben. Die hört übrigens auf Wunsch unserer Leserinnen und Leser nun auf den Namen Ringelnatz.
„Ringelnatz, wo bist du?“

Eddi findet den Möwerich. Der kleine Schlingel hat sich im Kühlschrank versteckt.

„Wie kannst du uns das antun?“ fragt Papa Edzard.

„Ringelnatz, so geht es nicht!“ schimpft auch Papa Daniel.

Natürlich hat er den Herd nicht wirklich aufgedreht, aber der Schreck sitzt tief. Wer möchte schon als Frühstücksbraten enden!

Die kleine Möwe flüchtet an einen vermeintlich sicheren Ort -

- sie kennt sich ja mit Küchengeräten noch nicht so genau aus.
Eddi erklärt Ringelnatz vorsichtig den Unterschied zwischen einer Mikrowelle...

... und einem Keyboard. (Eine Mikrowelle ist viel lauter.)

Und jetzt heißt es: Vorbereiten auf den Ausschied, äh, Abflug, also ein Ausflug ans Meer.

„Das ist doch nur eine Pfütze! Mensch Ringelnatz, wir werden dich vermissen“, weist Papa Edzard den kleinen Gauner zurecht, den er dennoch auf seine Weise ins Herz geschlossen hat (s.u.).

Eddi und Dän werfen die Möwe mit Schmackes in die Luft und wünschen ihr nur das Beste, auch beruflich. Dann werfen sie noch etwas, und zwar fürs Erste einen letzten Blick aufs Meer:


Auf Wiedersehen, Borkum! Wir danken unserer werten Leserschaft für ihre Aufmerksamkeit und ihr Verständnis. Wir waren stets bemüht und im Großen und Ganzen auch recht sauber.


(Däns Eintrag vom Vormittag:)

Ich habe gestern wieder bis in die Puppen gesongwritten und stand demzufolge heute wieder mal erst viel später auf als Eddi. Das hat für mich allerdings den Vorteil, dass der Kaffee schon fertig ist.
Leider habe ich etwas sehr Merkwürdiges geträumt. Wir waren mit den Wise Guys bei einem karitativen Hallenfußballturnier in Afghanistan. Das Ganze sollte der Völkerverständigung dienen, fand allerdings ohne Zuschauer in einer kaputten, leeren Fabrikhalle mit Betonboden statt. Die Gegner waren von Kopf bis Fuß vermummt, der "Ball" war ein Riesenknäuel aus Pferdeschweifhaaren, es gab sechs Tore, von denen wir allerdings, wie uns der furchteinflößende Schiedsrichter streng erklärte, nur drei benutzen durften. Kurz vor dem Anstoß bin ich aufgewacht. Mist.

20.1.2007


Endlich scheint heute mal die Sonne.


Ein Orkanflüchtling hat seinen Weg zu uns gefunden: Ein kleines Möwenbaby, das allerdings...

... leider recht arrogant ist (siehe Gesichtsausdruck.) Naja, jeder, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Dän, ganz der Menschenfreund (oder in diesem Fall: Möwenfreund), macht sich dennoch auf den Weg ...

... zum Möwennahrungs-Fachhandel.

„Hier gibt's bestimmt was Leckeres für unseren kleinen Freund.“

„Was essen Möwen denn so? Fisch? Prima, da bin ich hier ja genau richtig. Ich hätte gerne etwas Fisch für unsere kleine Möwe.“ - Einige Stunden später geht es dem kleinen Hallodri schon viel besser.


Zwischendurch müssen wir dann aber auch noch ein bisschen Songschreiben. Wie geht das eigentlich? Ganz einfach! Hier manipuliert Dän seinen Computer, um willkürlich den Text für ein neues Lied herzustellen.

Danach nimmt er die gute Westerngitarre (gehört eigentlich Eddi, aber das tut ja nichts zur Sache) und probiert verschiedene Handstellungen (linke Hand) und -bewegungen (rechte Hand) aus, damit der Text tonhöhengenau seinen Harmonie- und Rhythmusvorstellungen angepasst werden kann. Am Ende steht dann ein „Lied“. So einfach ist das! Jetzt muss nur noch einstudiert werden, und dann ab auf die Bühne mit dem Krempel. Juchhu!

Mal sehen, was für Gegenstände (auf dem Tisch) dieses Mal unseren werten LeserInnen auffallen. Übrigens: Um die Spannung zu lindern, sei verraten, dass es Eddi ist, der z.Zt. „Der Schatten des Windes“ liest (wir wurden gefragt). Dagegen ist es Dän, der die "Crunchy Nut CornFlakes"-Packung liest. Er ist fast fertig, aber er hatte ja auch schon in Köln damit begonnen.

19.1.2007


Traurig: Heute reist unser geliebter Freund und Gesangscoach Erik ab. Seltsamerweise meint er, neben Wise Guys auch noch ein anderes Leben führen zu müssen.

Vorher entwickelt er allerdings noch eine Idee, von der er total begeistert ist.

Die Idee: Ein Gotcha-Spiel für drei Männer, die auf Borkum sind. (Keine Ahnung, wen er gemeint hat.) Jeder wird mit einer Wasserpistole ausgestattet, die eine individuell unterschiedlich gefärbte Flüssigkeit enthält.

Dän bereitet sich auf Eriks Spielregeln-Vortrag vor: "Ich höre jedes Wort, das du sagst, Erik", meint er. "Ich mach nur kurz die Augen zu."

Spielregeln: Innerhalb von 48 Stunden, während derer man sich auf Borkum aufzuhalten hat, gilt: Wer als erster einen der anderen Spieler trifft, erhält von dem Getroffenen ein Vermögen. Diese Summe ist so groß, dass es wirklich wehtut. Also z.B. so groß, dass das Verlieren den Verlierer einerseits in den Bankrott treibt, das Gewinnen den Gewinner andererseits zu einem Mann macht, der sich ein Leben lang keine Sorgen mehr machen muss. Dadurch ist gewährleistet, dass die Spieler sich wirklich alle Mühe geben, ernsthaft zu spielen.

Fasziniert von diesen Spielregeln kippt Eddi auf die Seite und schläft ein.


Erik ist nach wie vor begeistert und meint, ihr findet das Spiel bestimmt auch toll.

Wir wünschen ihm eine gute Heimfahrt.

Übrigens, jetzt nochmal im Ernst: Erik schrieb uns aus der Fähre eine SMS, dass der Wellengang so heftig war, dass einmal sogar alle Flaschen vom Tisch geflogen sind. Das kommt davon, wenn er schon bei der Überfahrt trinkt!

Wir wünschen ihm eine gute Heimfahrt.

18.1.2007


Abend:
Erik und Eddi arbeiten zu zweit an zwei Songs.


Dän arbeitet derweil an einem Song. Das muss man verstehen, er arbeitet ja auch allein.


"Eddi, was haben wir, was Dän nicht hat?"

"Hmmmm.... vielleicht ein Keyboard?"

Die letzten Tage stehen ganz im Zeichen des Orkans Kyrill. Eddi und Dän testen die Windstärke:


Dän: "Windstärke ZWÖÖÖÖLF!"

Eddi versucht sich in eine Schildkröte zu verwandeln.
"Schildkröten sind, soweit ich weiß, völlig windresistent", meint er.

Eddi, Dän und Erik mit Orkan Kyrill (nicht mit im Bild):


Eddi vergrößert seine Wind-Angriffsfläche:

Zwischen dem Arrangieren und dem Orkan wird unsere Freizeit vor allem mit den Digitalkameras verbracht, was zu abstrusen Experimenten führt. Hier ein Foto eines Fotos eines Fotos von Eddi.

--

Nachmittag:
Soeben erreicht uns eine aktuelle Ton-Aufnahme direkt aus Borkum.

Gruß aus Borkum

17.1.2007



Für morgen ist ein ziemlich heftiger Sturm vorhergesagt, der zunächst die Nordseeküste "mit voller Wucht" treffen wird. Ein weiterer Grund für uns, im Haus zu bleiben und zu arbeiten. Außerdem wollen wir Eddi heute Nacht sicherheitshalber irgendwo anbinden, damit er uns nicht wegfliegt.
Erstaunlich, wie schnell so viel Sturm aufkommen kann.


Vorgestern auf der Fähre war's noch völlig windstill.

16.1.2007



Das Wohnzimmer unserer Ferienwohnung ist sehr groß und erinnert von der Einrichtung her an den Fahrgast-Salon der Autofähre.

Am ersten Abend laufen wir durch den Ort und fragen uns, was wir evtl. so freizeitmäßig unternehmen können, wenn wir mal eine Songschreibepause einlegen sollten. Die Antwort ist schnell gefunden: Nichts!
Schwimmbad und Sauna: Geschlossen.
Kino: Betriebsferien.
Unsere Lieblingskneipe: Zu.
Hier ist im Moment dermaßen tote Hose, hier ist noch nicht mal der Hund begraben, weil der sicher auch gerade Betriebsferien macht.
Mit anderen Worten: Traumhafte Bedingungen für ein hochkonzentriertes Arbeiten!

15.1.2007


Wir treffen Erik Sohn, den Gesangscoach der Wise Guys, auf dem Weg nach Emden. Dort haben wir einen Wunsch-Termin am Nachmittag: Wir können zur VHS, zur Bibliothek oder zu Radio Ostfriesland.


Wir entscheiden uns für alle drei Einrichtungen.

Es gibt ein einstündiges Interview im Radio. Dabei kommt uns das Interviewtraining zugute, das wir vorher in der Volkshochschule absolviert haben, und die geliehenen Bücher zum Thema "Interviewaussagen mit Biss":



Wir zahlen die zerstörten Mikrofone, entschuldigen uns und fahren zum Hafen. Die Fähre bringt uns in einer über zwei Stunden dauernden Überfahrt nach Borkum. Dort freuen wir uns über das Superwetter...


...das dort herrscht.


Zumindest im Sommer.


Fortsetzung folgt (oben)

 
 
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