Wohl verrückt geworden??!!

Neue Foto-Story: Die WISE GUYS in Süddeutschland

Teil I


"Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen" war die Devise (siehe "Dresden-Fotostory"). Umweltschutz hin oder her...jetzt fahren wir mal mit dem Auto!

Hier seht Ihr den komplett gepackten Wagen vor unserem Büro in Köln-Sülz (Eingang: Linkes Garagentor) wenige Sekunden vor der Abfahrt. Eddi hat das Bild gemacht, darum ist es so unscharf und vom Bildausschnitt her unglücklich gewählt...wie auch immer: Unser erster Zielort hieß Kaiserslautern:

Eddi präsentiert - gerade angekommen im "Hotel Zepp" (Super-Laden!) - eine Illustrierte aus der Pfalz. Das winzigkleine Heft in der anderen Hand hat den schönen Titel "Highlights Kaiserslautern"....und droht vor lauter Höhepunkten schier zu explodieren (später sollte dann ein Smalltalk mit einem ortskundigen Studenten die Information zu Tage fördern, für ein spannendes Nachtleben fahre man besser nach Mannheim, was irgendwie bedrückend wirkte, hatte man doch die Aussage einer Mannheimer Studentin noch im Ohr, Mannheim sei fantastisch langweilig...egal!). Der Portier im Hotel versucht wie erwartet, den Eindruck zu erwecken, eine Zimmerreservierung unsererseits habe nicht stattgefunden und er habe vielleicht gar keine Zimmer mehr, ihm fehle da total der Überblick, es sei ja 'n Riesen-Hotel und überhaupt, eigentlich sei der Job ja eh' ziemlich kompliziert und er wäre im Grunde genommen viel lieber Realschulleiter. Er braucht rund vier Minuten, um die menschliche Größe zu erlangen, zuzugeben, dass Einzel- und Doppelzimmer nicht ein- und dasselbe sind, und händigt uns dann die Schlüssel aus. Falls wir später als 22:00 Uhr nach Hause kämen ("YE-HES!!! Das sagten wir bereits zweimal! Wir ham 'n Konzert!!"), sollten wir, und jetzt wird's richtig kompliziert, eine andere Tür benutzen als die "normale" Tür, er würde uns das aber jetzt alles genau zeigen.
Wir haben inzwischen eine unglaubliche Gelassenheit im Umgang mit Hotel-Portiers in der Spätschicht entwickelt, so dass wir kurz darauf zum Konzertsaal, dem "Audimax" der Uni Kaiserslautern, aufbrechen. Dort empfangen uns die netten Leute vom ASTA und führen uns schnurstracks in die Mensa:



Ferenc, Sari und Clemens werden auf ihren Tellern in wenigen Sekunden Pommes und Schollenfilet wiederfinden; die Scholle allerdings nicht mit Remouladen- sondern einer dunklen Champignonsoße. Es wird die erste "Jägerscholle" unseres Lebens.


Mit den Worten "ich tu' nur so!" versucht Eddi sich an seiner berühmten Tablett-Balance-Nummer, die schon 1983 in der elterlichen Küche nicht funktioniert hatte. Diesmal geht alles gut, weil er das Tablett vorher heimlich an seinen Zeigefinger geschraubt hatte.



Das abendliche Konzert im Audimax der Uni Kaiserslautern wird dann eine runde Geschichte. Besonders interessant ist unser Umkleideraum: Ein kreisrunder Mini-Hörsaal mit Overhead-Projektor und automatischen Jalousien. Wir nutzen die Konzertpause für ein kleines Privatseminar über chinesische Entspannungskunst, dessen Inhalt wir uns selbst ausgedacht haben - der Lerneffekt ist gleich Null.



Frühstück im "Hotel Zepp" am nächsten Morgen. Als einziger von uns hat Ferenc sich dazu aufgerafft, eine kleine Sightseeing-Tour durch Kaiserslautern zu machen; er war bei Karstadt. Eddi versucht, sein Frühstücksei zu pellen, ohne die Händer zur Hilfe zu nehmen. Der Versuch scheitert.


Die Reise geht weiter - nächste Station: Augsburg. Sari tippt gerade den Zielort ein. Das Navigationssystem hat sofort den totalen Durchblick. Unglaublich. Wir müssen für zwei Interviews zu zwei verschiedenen Augsburger Radiosendern. Clemens hat Ohrenschmerzen, weil er sein Handy verschluckt hat.


Eddi nutzt die weite Fahrt, um seine Haare in Fassung zu bringen. Weil ihm das selbst ein bisschen peinlich ist, tut er so, als telefoniere er mit seinem Handy. Kinderkram!


Angekommen bei "Radio Fantasy" in Augsburg. Wir sind wegen mehrerer Mega-Staus eine halbe Stunde zu spät gekommen. Eddi und Dän unterhalten sich angeregt darüber, ob wir nicht doch lieber mit dem Zug hätten fahren sollen. Wie man sieht, wissen wir es beide nicht.


Das Interview verläuft sehr angenehm, bis Sari plötzlich ungefragt verkündet, dass er auf der Bühne keine Unterwäsche trage. Eddi und Ferenc sind fassungslos. Clemens bleibt ruhig, denn er ahnt, dass Sari lügt.


Ohne Pause geht's zum zweiten Radiosender. Der Name "Radio Kö" lässt uns erschaudern. Sherlock Hüneke ermittelt und findet heraus, dass der Sender zum Glück mit dieser albernen Düsseldorfer Einkaufsstraße weder verwandt noch verschwägert ist. Wir beschließen, unsere Boykottentscheidung zu widerrufen.

Der Moderator bei "Kö" ist ein alter Seebär, der auf den Namen "Nautica" hört. Weltweit bekannt geworden sei er durch die Erfindung der "Jägerscholle" (Fisch mit Champignonsoße), einer kulinarischen Sensation, die mit ihrem Siegeszug sogar die Mensen der Universitäten erreicht habe. Wir tun so, als wüssten wir nicht, wovon er redet.


Bis hierhin war's ein anstrengender Tag. Wir entspannen uns auf dem Weg zum Konzertsaal der Uni Augsburg, in dem wir miteinander telefonieren. SMS zu schreiben, würde einfach zu viel Zeit kosten.

In der Augsburger Uni haben wir gleich mehrere gemütliche Umkleideräume. Jeder entspannt sich auf seine Weise. Sari liest den neuen Roman von Barbara Cartland...


...Clemens auch; er ist aber schon zwei Kapitel weiter....


...Eddi verfasst eine Weihnachtskarte für die Redaktion der Zeitschrift "Auto-Zubehör"...


...und Dän komponiert aus Langeweile eine Orgelfuge mit dem Arbeitstitel "legoland". Ferenc beschäftigt sich vermutlich mit seinem neuen Notebook, dass er in einer Discount-Supermarktkette gekauft hatte, deren Name hier keine Rolle spielt.
Übrigens finden wir per Umfrage heraus, dass von den 250 Konzertbesuchern in Augsburg ganze drei uns im Radio gehört hatten. Trotzdem wird es ein gelungener Abend.



Nach dem Konzert zeigt Eddi stolz seine linke Brustwarze. Warum er das tut, bleibt vollkommen schleierhaft.
Wir fahren noch am selben Abend weiter nach Eichstätt. Clemens und Sari übernachten bei der Familie von Clemens' Schwester, Eddi, Ferenc und Dän kehren im Gasthaus "Zur Trompete" ein. Die Formalitäten mit dem Nachtportier entsprechen haargenau unseren vorherigen Erlebnissen (Portier: "Wann wollns' denn moagen Frühstück hoam?"
Wir: "Wenn's geht um zehn!"
Portier (notiert): "Aha, neun Uhr dreißig!"
Am übernächsten Tag frühstücken wir schließlich um 12:15 Uhr.


In der katholischen Universität zu Eichstätt steht uns ebenfalls ein Umkleideraum zur Verfügung; optisch vielleicht ein wenig betonlastig. Es gibt dort zwar nichts zu essen, aber ca. sechzehn Kästen "Altmühl-Bier". Wir sind uns einig, dass das ein originelles Catering ist.
Während des Soundchecks versuchen wir uns, einmal in die Sichtweise eine Monitorbox hineinzuversetzen. Es entsteht die Kunstbilderserie
"Die WISE GUYS von ganz unten":








Natürlich machen wir trotzdem noch einen vernünftigen Soundcheck, zumal Igor uns in gewohnt schroffen Tonfall zu Disziplin und Ordnung aufruft. Ferenc erkennt, dass er von seinem In-Ear-Monitoring, seinem Knopf im Ohr, nur sehr wenig hört, wenn er es nicht einschaltet.



Die Wartezeit bis zum Konzert ist diesmal so langweilig, dass Dän versucht, seinen Horizont zu erweitern. "Kleine Tricks mit großer Wirkung", das klingt verlockend. Aber der Artikel steht definitiv in der falschen Zeitschrift.


Nette Gäste nach beim Afterglow in Eichstätt: Die Jungs von "LmaA" (so heißen sie wirklich) sind aus Zwickau angereist und singen a-cappella; unter anderem unser Lied "Wie kann es sein". Gute Einlage!

Später lassen wir den Abend in der Bar der "Trompete" ausklingen. Ferenc ist unzufrieden mit seinem Notebook. Es ist unhandlich und hat keine Tastatur.

Teil II



Am nächsten Tag haben Eddi, Ferenc und Dän Zeit, sich das malerische Städtchen Eichstätt einmal genauer anzusehen. Das Hauptproblem bei unserem Spaziergang ist das reichlich sperrige Navigationssystem, das wir uns in einem Reisebüro gekauft haben und jetzt mit uns rumschleppen müssen. Aber es hilft: Wir verlaufen uns nur ein einziges Mal (auf dem Parkplatz).


Eichstätt ist eine bayrische Stadt. Auf jeden Einwohner kommen statistisch gesehen 2,4 Kirchen.

Ganz besonders beeindruckt sind wir von diesem ebenso liebe- wie kunstvoll mit Alufolie geschmückten Weihnachtsbaum vor einem Eichstätter Sonnenstudio. Die können Weihnachten feiern, die Bayern! In einem der Folienstücke finden wir eine Wurstsemmel.

Malerisch: Die Altmühl und die Skyline von Eichstätt.


Malerisch: Dieser Sinnspruch eines unbekannten Eichstätter Jungkünstlers an einer Eichstätter Hauswand. Wir verstehen seine Botschaft und versuchen, sie zu beherzigen.


Ferenc und Eddi verstehen die Welt nicht mehr. Jahrelang hatten sie geglaubt, die CSU sei eher eine leicht konservative Partei. Das Beispiel der aktuellen Drogenpolitik im Freistaat Bayern, das wir einige Meter weiter entdecken, überrascht uns außerordentlich:

Für nur 1,-DM (1,09 niederländische Gulden) kann man sich am Automaten einen Joint holen. Das bayrische Gesundheitsministerium nennt dieses gewagte Projekt erstaunlich salopp "Tüte ziehen!". Ja, ist denn heut' scho' Weihnachten???!!


Die Tüte erzielt unterschiedliche Wirkungen: Eddi wird von einem Kreativ-Flash erfasst und bastelt sich einen Spazierstock...


...womit er schlecht beraten ist, denn Ferenc entfaltet plötzlich ein ungeahntes Agressionspotenzial.


Glücklicher Weise lässt die Wirkung rasch nach, und Ferenc ist bald wieder "normal".

Fortsetzung folgt!




 
 
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