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Haarige Zeiten

Text und Musik: Daniel "Dän" Dickopf
Arrangement: Edzard Hüneke

Des Mannes Alterungsprozeß birgt viele Tücken:
Die volle Haarpracht zieht sich forschen Schritts zurück.
So mancher tröstet sich mit albernen Perücken
und sucht mit Haarwuchsmitteln längst vergang'nes Glück.
Falls irgendjemand sagt, nur Frauen seien eitel,
ist das ein antiquiertes, albernes Klischee.
Ich träume oft von einem hochgefönten Scheitel
und bin verzweifelt, wenn ich dich im Spiegel seh.

Bevor ich dich traf, ging ich selten auf die Rampe,
gekränkte Eitelkeit, gefolgt von tiefem Frust.
Die ersten Falten, und 'ne nette, kleine Wampe
sind nicht mal halb so schlimm wie dieser Haarverlust.
Doch an jenem Abend sagtest du mir leise:
"Ich finde echt, du siehst total sympathisch aus!
Deine Stirn macht dich erfahren und so weise,
ich glaub, ich nehm dich heute abend mit nach Haus."

Ja, du wirst mich begleiten
in diesen Haarigen Zeiten,
du hast's geschafft, in mir neuen Stolz zu wecken:
Nichts ist so sexy wie Geheimratsecken.


Es gibt nur eine Sache, die ich jetzt noch hasse,
doch einmal jährlich komm ich nicht daran vorbei,
wenn ich mir öffentlich die Haare schneiden lasse,
fühl ich mich angespannt, verkrampft und schwer wie Blei.
Wenn ich die Rechnung sehe, muß ich kräftig fluchen,
doch die Friseuse sagt mir freundlich ins Gesicht:
"Der Preis ist weniger für's Schneiden als für's Suchen!"
So richtig taktvoll war die Dame leider nicht.

Aber du wirst mich begleiten
...


Ja, du wirst mich begleiten
...

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