mehr KontrastKontrast
SchriftgrößeAAA

Im Flugzeug

Musik & Text: Daniel „Dän“ Dickopf
Leadgesang: Dän

Stau im Gang des Flugzeugs,
ich spür ’nen Regenschirm im Rücken.
Es geht nicht vor und nicht zurück,
doch manche haben Spaß am Drücken.
Schließlich schaff ich’s,
mich in meinen Sitz hineinzufalten,
den Gurt herauszugraben
und mein Handy auszuschalten.
Auf den Monitoren preisen sie
den Service dieser Airline.
In ungefähr zwei Stunden
werd ich mitten überm Meer sein.
Wie die Schwimmweste bedient wird,
zeigen jetzt zwei Stewardessen.
Man zieht an einem Hebel.
Ich hab’s gleich wieder vergessen.
Ich atme ganz tief durch.
Ich weiß genau: Ich kann das.
Doch am liebsten wär ich jetzt
irgendwo anders ...
Und ich denk mir:

Mann, so war das nicht gedacht,
der Mensch ist nicht dafür gemacht,
sich in die Lüfte zu erheben
und zu schweben!
Und ich frag mich,
womit ich das bloß verdiene.
Wieviel wiegt so ’ne Maschine?
Viel zu viel, um abzuheben ...


Schon rasen wir die Startbahn lang,
ich werd in den Sitz gedrückt.
Und dann geht’s hoch. Das heißt:
Der Start ist zufällig geglückt.
Wir schießen durch die Wolkendecke.
Ich hasse Turbulenzen.
Und der Blödmann neben mir
spricht von „Freiheit ohne Grenzen“.
Jetzt zeigen sie ’nen Film,
den irgendwie schon alle kennen.
Wäre ich nicht so gestresst, dann
würd ich jetzt ’ne Runde pennen.
Später kau ich stundenlang
auf einem Hähnchenschnitzel rum.
Falls wir doch nicht explodieren
dann bringt das Essen mich halt um.
Ich atme ganz tief durch,
die Landung wird noch schlimmer.
Eins ist sicher: Runter komm’n sie immer ...
Und ich denk mir:

Mann, so war das nicht gedacht ...
Und ich schwör,
nie mehr ein Flugzeug zu betreten.
Ich kann plötzlich wieder beten.
Werd ich das hier überleben?


Und dann sind wir gelandet.
Manche klatschen in die Hände.
Kaum zu glauben, aber wahr:
Der Horror hat ein Ende.
Eines ist mir jetzt mal wieder
überdeutlich klar:
Wenn es erst vorbei ist, ist das
Fliegen wunderbar.
Und ich denk mir:

Mann, das war doch wunderschön,
die Welt von oben anzusehn,
sich in die Lüfte zu erheben
und zu schweben!
Und die strahlend weiße
Wolkendecke hatte
wirklich was von Zuckerwatte –
es war toll, das zu erleben ...

Seite zurück