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Werther

MUSIK & TEXT: DÄN 09/11

Der Werther ist noch jung und irgendwie nicht ganz normal:
Bei allem, was er tut, ist der total emotional.
Der schreibt zum Beispiel, dass ein Strom aus seinem Herzen bricht.
Ich glaub, so richtig sauber tickt der Werther nicht.
Eines Tages geht der junge Werther zu nem Tanze.
da trifft er so ne Ische, und so beginnt das Ganze.
Das Mädel ist ne Perle. Ihr Name ist Lotte.
Die zieht den Werther an, wie das Kerzenlicht die Motte.

Nach nem Mega-Wolkenbruch genießen sie die Sicht
und plötzlich denken beide an dasselbe Gedicht:
Eine Ode von Klopstock, und Werther hat erkannt:
„Ey, die Lotte und ich, wir sind seelenverwandt!“
Und weil jetzt in ihm brutal die Leidenschaft tobt,
hat er ignoriert: Lotte ist schon fast verlobt!
und zwar, wie man sich natürlich jetzt schon denken kann:
Mit nem anderen Mann.

Der arme, junge Werther:
Die Lotte, die begehrt er,
doch ziemlich bald erfährt er
was, das ihm das Herz zerbricht.
Gegen die Gefühle wehrt er
sich zwar, doch unbeschwerter
wird’s für den armen Werther
trotzdem leider nicht.

Dann kehrt Albert, der Verlobte, von ner Reise zurück,
und dadurch, dass er da ist, stört er Werthers Glück.
Doch Werther denkt, obwohl er gerne selbst die Lotte hätt’,
„im Grunde ist der Albert so als Typ ja ziemlich nett!“
Darum reist er ab und kriegt nen Job an einem Hof,
doch die schnöseligen Ad’ligen behandeln ihn doof.
Werther macht nen Abflug. Er hält es nicht mehr aus
und bald hängt er wieder ständig ab in Lottes Haus.

Mittlerweile geht der Werther manchen auf die Nerven.
Albert hätte manchmal Lust, ihn aus dem Haus zu werfen,
und die Atmo wird für alle drei zum Verdruss.
Irgendwann denkt Werther: „Ich glaub, ich mach mal Schluss!“
Er schickt seinen Diener, der soll auf schnellen Sohlen
zum Albert gehn, um dort ein paar Pistolen abzuholen.
Werther schreibt an Lotte, dann jagt sich der arme Tropf
eine Kugel in den Kopf.

Der arme, junge Werther:
Es wurde immer härter,
und schließlich überquert er
den Jordan von allein.
Die Liebe bleibt ihm ja verwehrt, da
sagt sich der junge Werther:
„Mein Leben hat kein’n Wert, ja,
ich will lieber nicht mehr sein.“

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