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Diskographie

Cover der CD Zwei Welten

Mit unserem neuen Album „Zwei Welten“ wird für uns ein künstlerischer Traum wahr: Zwei CDs, unsere beiden Welten – und doch ein großes Ganzes! Der erste Teil erschien am 25. Mai 2012 und ist ein reines A-Cappella-Album. Der zweite Teil (Herbst 2012) beinhaltet zum Großteil die gleichen Lieder – in voll instrumentiertem Soundgewand, eingespielt von großartigen Musikern, eingesungen von uns.

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Albuminformationen

Kommentare zu den Songs von Dän und Eddi.

1. Die Sonne scheint mir auf den Bauch

Eddi: Als Dän uns diesen neuen Titel als Demo vorspielte, hatten wir anderen Vier direkt beim ersten Hören passend zum Titel ein gutes Gefühl im Bauch. Musikalisch erschien hier eine Art Funk-Pop mit Feelgood-Faktor, auf dessen Live-Aufführung wir uns sofort freuten. Was den Text angeht, fühlen wir uns als Band ja anscheinend der Sonne verbunden, sicher auch als Bild für gute Laune und Lebensgenuss - was sich über die Jahre schon in dem einen oder anderen Titel wiederspiegelt (Lass die Sonne scheinen; Jetzt ist Sommer). Das findet hier eine zeitgemäße Fortsetzung. Schön, dass "der Neue" den Titel singt!
Dän: Was mir bei „Die Sonne scheint mir auf den Bauch“ unter Anderem so gut gefällt, ist der Umstand, dass dieser Song musikalisch und textlich wirklich exakt die Stimmung widerspiegelt, in der ich ihn geschrieben habe.

2. Zwei Welten

Dän: Dass unser Projekt der zwei Alben – eines mit, eines ohne Instrumente – „Zwei Welten“ heißen soll, war für uns schon beschlossene Sache, als gerade erst die Idee zu der ganzen Geschichte geboren worden war (das war übrigens schon im Kreativblock zum letzten Album, "Klassenfahrt"!). Dass aus diesem Namen auch ein klassischer „Titelsong“ für unser Album hervorgehen würde, stellte sich erst viel später heraus.
Die „zwei Welten“ beziehen sich für uns auf diverse Themen: Da ist natürlich zunächst das Grundkonzept der CD, zwölf Titel in den beiden verschiedenen Versionen (a cappella und instrumentiert) zu produzieren. Dabei schließt sich für uns der Kreis, dass wir ursprünglich als Band angefangen haben. Das war noch zu Schulzeiten. Zur reinen A-cappella-Band wurden wir ja erst viele Jahre danach.
Eddi und ich komponierten unsere Lieder aber auch später immer so, als würden wir einen voll instrumentierten Popsong schreiben. Manchmal war es dann ein wenig ernüchternd, Lieder, die wir zum Beispiel vor unserem „geistigen Ohr“ mit Klavierbegleitung oder einer schönen Akustikgitarre gehört hatten, immer wieder „nur“ in der Vokalfassung realisieren zu können. Mit dem Albumprojekt „Zwei Welten“ wird für uns ein Traum wahr – endlich hören (und präsentieren) wir unsere Songs einmal auch in perfekt instrumentiertem Gewand.
Der Song „Zwei Welten“ besteht auch musikalisch aus zwei Welten. Das ist allerdings eher Zufall: Ich hatte den Song getextet und (mit dem Refrain in der vorliegenden Fassung) auch komponiert. Beim gemeinsamen Anhören der Demoversion stellte sich bald heraus, dass der Refrain bei der Band und beim Produzenten viel besser ankam als Strophen und Mittelteil. Da ich nicht wusste, wie ich diese beiden Teile verändern sollte, legte ich deshalb deren Neukomposition in die Hände von Eddi und Erik. Das Ergebnis begeisterte dann alle. Es ist der erste Song in unserer Geschichte, bei dem Strophen und Refrain komplett aus getrennter Feder stammen. Die Mischung finden wir sehr reizvoll. Und es passt natürlich perfekt zum Text!
Inhaltlich sehen wir die beiden Welten auch in dem klassischen Kontrast dessen, was man früher erste und dritte Welt genannt hat. Berührungspunkte sind für uns ja ganz besonders durch unsere Patenschaft für die beiden MISEREOR-Projekte in Indien und Südafrika gegeben. 2013 werden wir erneut auf eigene Kappe nach Delhi reisen, Spendengelder überbringen und hoffentlich allgemein noch mal Aufmerksamkeit auf die Straßenkinder-Thematik lenken. Dass das Leben der Kinder dort wirklich eine andere Welt ist, haben Eddi, Sari und Ferenc bei der ersten Reise 2005 schon auf beeindruckende Weise erlebt. Wir sind alle sehr gespannt auf unsere Reise!
Das Titelthema umfasst z. B. auch unseren Spagat als Musiker und Privatleute („Papas“), der uns (und unser Umfeld) bisweilen ganz schön fordert. Der Übergang von der einen in die andere „Welt“ ist nicht immer ganz einfach.
Und es geht um die beiden Welten, die man für sich selbst wahrnimmt: Die Innere, die eigenen Gedanken, der eigene kleine Kosmos – und das „große Ganze“, von dem man ja manchmal das Gefühl hat, dass es völlig aus den Fugen gerät – diese bisweilen unangenehm verrückte Welt, in der wir alle leben und in der wir uns immer wieder zurecht finden müssen... All diese Themen sehen wir in diesem Lied, vielleicht seht ihr darin noch andere.

3. Ich bin aus Hürth

Dän: Seit dem Song „Hamlet“ von unserem letzten Album „Klassenfahrt“ war und ist unser HipHop-Duo „Aggro Hürth“ bei unseren Fans und uns selbst gleichermaßen hoch im Kurs. Höchste Zeit also, die Karriere der beiden leicht frustrierten, aber theaterbegeisterten Vorstadt-Rapper neu zu befeuern. Hier erfährt der geneigte Hörer alles über die Wurzeln unserer beiden Freunde Nils und Sari alias „Soulsprotte“ und „MC Deutschmark“ aus Hürth. Eine leichte Jugend haben beide definitiv nicht, denn sie leben in einer Welt, die sie gerne ein bisschen ghettomäßiger hätten. Aber man wird das Gefühl nicht los: Fortsetzung folgt! Denn zum Glück gibt es ja die klassische Literatur und das Theater...
Übrigens hatte ich den Song mit Rüdiger als Demoversion aufgenommen und natürlich auch gerappt. Möge diese Fassung niemals öffentlich werden! Sari war im allerersten Versuch schon locker drei Klassen besser als ich.
Eddi: Der Auftritt von "Aggro Hürth" ist durchaus eines der Highlights auf unseren Konzerten. Jedenfalls macht es uns Fünfen immer diebischen Spaß, mit Hilfe dieser saucoolen Mucke mal eine ganz andere Seite rauszulassen, die besonders in Nils und Sari zu schlummern scheint. Nicht zuletzt deswegen freuen wir uns tierisch über die Fortsetzung der "Aggro-Hürth"-Saga, gerade mit diesem genialen Video.

4. Ich weiß nicht, was ich will

Dän: Es sind im Laufe der letzten Jahre ein paar Wise-Guys-Lieder entstanden, in denen sich viele Leute inhaltlich ganz und gar wiederzufinden scheinen. Manche sagen sogar Dinge wie „Ihr habt echt ein Lied für jede Lebenslage!“ (was erwiesenermaßen nicht ganz korrekt ist). Aber dass es bisweilen nicht ganz so trivial ist, Entscheidungen zu treffen, werden wohl viele Menschen bestätigen können. Nils liefert am Ende dieses Songs zum Glück die Diagnose mit, warum ihm das Entscheiden so schwerfällt.
Übrigens muss ich zugeben, dass es ausgerechnet Onkel Dagobert war, der mich sozusagen schon vor vielen, vielen Jahren zu diesem Lied inspiriert hat. In einem seiner Geldspeicher hängt nämlich – schön eingerahmt – der Spruch: „Lieber reich und gesund als arm und krank!“, und dieser Satz hat mich als Kind schon in seiner logischen Klarheit fasziniert.
Musikalisch kommt das Lied im lockeren Pop-Reggae-Gewand daher. Denn eines ist ja wohl klar: Wenn man sich schon nicht entscheiden kann, dann sollte man das wenigstens leicht nehmen.

5. Lauter

Dän: Musikalisch führt „Lauter“ vielleicht die beiden Songs „Jetzt und hier“ sowie „Du bist die Musik“ weiter... ein Umstand, der mir erst aufgefallen ist, als der Song schon lange fertig war. Witziger Weise „funktioniert“ dieses Lied tatsächlich nach dem Motto, „je lauter desto besser!“... Uwe hat uns damit mal im Studio richtig die Ohren weggeblasen, und erst dann entfaltet der Song seine ganze Wirkung. Zum Text: Es gibt diese Abende... und es sind fast immer die, von denen man vorher am wenigsten erwartet hat. Aber auf einmal wird man gepackt und erfasst von einer Stimmung, einfach mal alles rauszulassen, nicht groß nachzudenken, ganz und gar in dem Moment aufzugehen. Und das kann so richtig, richtig guttun. Manchmal hängt ein solcher Abend stark davon ab, mit welchen Menschen man unterwegs ist... und ob jemand da ist, der einen mitreißt und aus der Passivität und Lethargie herausholt. Und den Lautstärkeregler richtig aufreißt.

6. Tanzen im Regen

Dän: „Tanzen im Regen“ ist musikalisch einer meiner Top-Favoriten auf dem Album. Ich darf das so offen schreiben, da die Musik nicht von mir ist, sondern von Eddi und Erik. - Zu Beginn des dritten Kreativblocks für das Album hatte ich den beiden einige fertige Texte angeboten, die sozusagen zur Vertonung bereit standen. Ihre Wahl fiel auf diese Geschichte vom ekstatischen Ende einer langen Dürrezeit.
Ich weiß noch genau, dass Eddi mir später eine erste, sehr vorläufige Fassung von „Tanzen im Regen“ vorstellte, die mich ein wenig ratlos zurückließ. Ich wusste nicht genau, was für ein Lied da entstand, zumal er mich immer wieder darauf verwies, dass es am Ende „ganz anders“ klingen werde.
Im Verlaufe des Kreativblocks produzierten Eddi und Erik dann eine instrumentierte Fassung, die mich beim ersten Hören schon elektrisierte. Manchmal fällt es mir schwer, einen Text aus der Hand zu geben und dann sozusagen tatenlos zusehen zu müssen, was jemand Anderes dazu komponiert. Aber „Tanzen im Regen“ finde ich musikalisch brutal gut, und ganz nebenbei haben die beiden in der Komposition den Spannungsaufbau des Textes besser umgesetzt, als ich das jemals hinbekommen hätte.
Eddi: Danke! zwinker

7. Deutsche Bahn

Dän: Wenn wir keine richtige Tour haben, sondern nur ein einzelnes Konzert (zum Beispiel in Berlin), dann nehmen wir aus diversen Gründen gerne mal die Bahn. Das werden wir trotz allem auch in Zukunft tun – nicht zuletzt aus Dankbarkeit für die immer wieder neue, sich ständig wiederholende Inspiration, die dieses Lied möglich gemacht hat. Der Song wirkt lustig, obwohl er inhaltlich – und das können sogar wir als Gar-nicht-mal-sooooo-oft-Bahnreisende schon bezeugen! – praktisch GAR nicht übertrieben ist. Null!
Das Erste, was ich bei diesem Song im Kopf hatte, war die Titelzeile „sssänk ju für träwweling wisssssss Deutsche Bahn!“ – auch musikalisch. Dieseso genannte Hook Line hatte sich so hartnäckig in meinem Kopf festgesetzt, dass ich mich ohne Zögern an die Arbeit begab, obwohl es ja durchaus ein wenig risikobehaftet war, ein Lied über die allseits bekannte und vielbedichtete Fehlbarkeit der Bahn zu schreiben. Es gibt ja sogar ein Buch gleichen Titels. Aber die Sache machte einfach zu viel Spaß, ich war nicht mehr zu bremsen. Es gab und gibt so viele Dinge, die bei der Bahn schieflaufen, dass ich eine weitere komplette Strophe auf Eis legen musste, weil das Lied sonst zu lang geworden wäre. Mittlerweile gibt es Überlegungen, dass ich bei jeder neuen Pannenserie der Deutschen Bahn einfach flexibel reagieren und jeweils neue Strophen schreiben soll. Mal schauen.
Auch der Jazz-Pop-Stil des Songs war nicht geplant, sondern „ergab sich so“. Wer aber darin eine bewusste und gezielte Rückwärtsgewandheit im Kompositionsstil erkennen will: Bitteschön.
Eddi: Eine Textzeile heißt: "Aber bitte bitte behalten Sie uns lieb" - ich finde, darin kommt etwas Wichtiges zum Ausdruck. Im Ernst! Und zwar: Der ganze Verein Deutsche Bahn liegt uns trotz seiner leicht erkennbaren Mängel doch irgendwie am Herzen. Jedenfalls tut das die Idee des Bahnfahrens - schon deswegen, weil sie immer noch die umweltschonendste Art des Reisens darstellt.

8. Nach Hause

Dän: In der Musik von „Nach Hause“ steckt jede Menge Herzblut. Die Musik dieses Liedes war der Soundtrack meines Sommers 2011 (so wie „Tief im Süden“ mich durch den Sommer des Jahres davor verfolgt hat...): Ich habe mir das Lied immer und immer wieder im Kopf vorgespielt - und natürlich ständig geringfügige Veränderungen vorgenommen.
Wenn man über viele Wochen an der Musik eines einzelnen Liedes rumbastelt, ist es besonders spannend, wenn man den Song dann schließlich seinen Bandkollegen und dem Produzenten vorspielt. Diesen Moment im Studio im September 2011 werde ich nie vergessen, denn Nils und Ferenc hatten beim Hören sogar Tränen in den Augen. Ich habe noch nie so eine starke Resonanz der Band auf eine Demoversion erhalten. Ein tolles Erlebnis für mich.
Den Text möchte ich gerne nicht weiter interpretieren oder „erklären“. Es ist mir wichtig, dass sich jede Hörerin und jeder Hörer sozusagen ihren oder seinen eigenen, persönlichen Reim darauf macht. Dass das wirkliche „zu Hause“ eben nicht unbedingt immer nur eine Postanschrift ist, dürfte sowieso den meisten Menschen klar sein. Home is where the heart is, oder so ähnlich.

9. Schönen guten Morgen

Dän: „Schönen guten Morgen“ lebt natürlich musikalisch gesehen auch von dem scharfen Kontrast zwischen den Strophen und dem Refrain. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, die lieblichen Strophen gegen den rockigen Kehrvers zu setzen. Es ist eines der Lieder, an denen ich „schon seit Jahren gearbeitet“ habe (so die gut klingende Version. Ich könnte auch sagen: Der Song blieb immer wieder monatelang liegen!). Theoretisch hätte das Lied schon auf dem Album „Wo der Pfeffer wächst“ landen können – oder auf einer der CDs danach. Aber irgendwie fehlte mir immer der Dreh zwischen den beiden unterschiedlichen Songteilen. Beim Kreativblock auf Borkum war es dann endlich so weit. Ironischer Weise stellte sich später Eddi als der am besten geeignete Leadsänger für diesen Titel heraus – dabei ist er ein ausgesprochener Frühaufsteher! Aber wie dem auch sei: Dieser Song wird hoffentlich das weltweite Ansehen der Langschläfer deutlich verbessern. Und die morgensjederzeitfitten Augenbrauenhochzieher sollten mal abends bis zwanzig vor elf auf der Bühne stehen und gegen halb eins adrenalinverseucht ins Hotel kommen... dann möchte ich am nächsten Tag deren morgendliche Frische vor sieben mal live erleben! zwinker
Eddi: Spätestens, seit wir das Video zu diesem Lied gedreht haben, entwickelt sich dieser Song zu einem meiner Lieblingstitel auf der "Zwei Welten". Die aggressive Energie des Spätaufstehers, der sich gegen die überfröhlichen Frühaufsteher wehrt, macht mir einfach Spaß, auch wenn ich faktisch bei uns oft als Erster aufstehe.

10. Mein Nachbar ist ein Zombie

Dän: „Zombie“ ist ein Lied, von dem ich nicht mehr weiß, wie ich darauf gekommen bin. Es waren aber keine illegalen Drogen im Spiel. Vielleicht ist der Song auch gar nicht so abgefahren, denn haben wir nicht alle irgendwie einen Zombie in der direkten Nachbarschaft wohnen?
Eddi: Ich persönlich glaube, dass Dän einfach zu viele Zombie-Spiele auf seinem iPad gespielt hat. Apropos: Vielleicht kommt ja irgendwann einmal der "App zum Song"... Wer uns auf der Bühne mit "Schiller" (Thriller) gesehen hat, versteht vielleicht, warum wir uns jetzt schon auf die Inszenierung dieses Songs freuen!

11. Das war nicht geplant

Dän: Auch bei diesem Titel war zunächst die Musik da, zumindest die Strophen. Beim Refrain entstanden Musik und Text in etwa zeitgleich. Es passte schnell sehr gut zusammen, dass der Protagonist im Refrain so stark zögert und mit Pausen „spricht“, ehe er die entscheidenden Worte über die Lippen bringt. Die Themen oder die Geschichte des Songs sind vielen Menschen bekannt. Einerseits ist es das Phänomen, dass man sich plötzlich in jemanden verlieben kann, den man vorher schon lange gut kannte, ohne dass man sich auch nur ansatzweise hätte vorstellen können, dass einmal mehr daraus wird. Und andererseits ist es die ewige Frage, ob Männer und Frauen befreundet sein können, ohne dass nicht zumindest einer irgendwann mehr will als nur Freundschaft. Der Film „Harry und Sally“ ist ja nicht zuletzt auch wegen dieser Thematik zum Kultfilm geworden. Ein Happy End gibt es in diesem Song allerdings nicht – oder besser: Nur vielleicht.

12. Tief im Süden

Dän: „Tief im Süden“ ist musikalisch und textlich einer meiner Lieblingssongs auf „Zwei Welten“. Die Refrain-Endzeile, also wirklich nur die Worte und die Melodie an der Stelle „tief im Süden“, fiel mir vor über drei Jahren in Südfrankreich ein – ebenso wie die Grundidee, diese Entdeckung einer gewissen Langsamkeit und Unaufgeregtheit. Seitdem habe ich den Song immer wieder, Stück für Stück, weiterentwickelt. Im Sommer 2010 kam dann der Feinschliff. Das Lied ist also eigentlich mit der selben Ruhe und Gelassenheit entstanden, von der es auch handelt. Und ich hoffe, dass man das dem Song anhören kann.
Eddi: Ich liebe diesen Song. Egal ob man die Entspanntheit des Südens nur aus Erzählungen kennt oder gerade noch selber da war, ich glaube, durch dieses Lied wird in Jedem eine tiefe Sehnsucht nach Entschleunigung und nach Wärme zum Schwingen gebracht.
Ich hätte die Melodie übrigens gerne selber gesungen, aber Dän hat die Tiefe des Textes einfach besser transportiert. Der Sack. zwinker

13. Irgendwer wird immer meckern

Dän: Ferenc’ Song auf der „Zwei Welten“ kommt diesmal als Reggae daher. Es hat viel Spaß gemacht, das Lied zu schreiben. Dass sich „Meckern und motzen“ so schön auf „kleckern und klotzen“ reimt, hat nicht unwesentlich zu diesem Umstand beigetragen.
Bei aller Leichtigkeit, die diesen Song ausmacht, ist das Thema für mich durchaus ernst und wichtig. Der Satz, dass man es nie Allen recht machen kann, erhält für mich nämlich immer mehr Gültigkeit. Das erleben wir natürlich als Band immer wieder, aber auch als „Chefs“ in unserem kleinen Unternehmen oder selbstverständlich auch als Privatleute. Manchmal ist es frustrierend, wenn man im Leben verschiedene Optionen hat, wie man sich verhalten kann, aber eigentlich vorher schon weiß, dass irgendjemand unzufrieden mit der Entscheidung sein wird – wie auch immer sie ausfallen mag.
Sich von der Kritik oder dem „Gemecker“ anderer Leute nicht leiten zu lassen, ist schwierig. Aber ich denke, man muss es immer wieder versuchen.
Eddi: Uns ist (wirklich konstruktive) Kritik sogar wichtig; ich erkenne sie meist daran, dass ich persönlich angesprochen werde von jemandem, der oder dem unser Weg erkennbar am Herzen liegt. Das ist etwas ganz Anderes als quasi-anonymes "Meckern oder Motzen", das wir mit zunehmendem Erfolg natürlich auch immer öfter erleben, das aber an uns abperlt wie Regenwasser an einem Ostfriesennerz.

14. Mein Morgen am Meer

Dän: Die Musik entstand in einem Strandkorb an der Nordsee... dazu gibt es auf unserer Seite sogar einen Videoblog. Ich bin ja bekanntermaßen nicht so unbedingt der freiwillige Frühaufsteher. Daher habe ich es auch noch nicht so wahnsinnig oft geschafft, in aller Herrgottsfrüh den Strand entlang zu laufen. Vor einiger Zeit musste ich auf Borkum aber mal meinen Bruder zur Fähre bringen, der uns im Kreativblock besucht hatte. Anschließend, es war vielleicht halb sieben, erlebte ich dann ziemlich genau das, wovon der Song erzählt. Was lernen wir daraus? Morgenstund’ hat Gold im Mund. Der Text von “Schönen guten Morgen“ ist allerdings genau so wahr.

15. Scheiße Scheiße Scheiße

Dän: Seit einigen Jahren ist bei fast jedem Album ein Song dabei, den ich innerhalb von nur ungefähr ein bis zwei Stunden schreibe – während ich für manche anderen Lieder Wochen oder sogar Monate brauche. Auf der „Zwei Welten“ ist es die 40er-Hymne, die mir beim Duschen einfiel (keine Ahnung, warum!) und die ich dann danach praktisch nur noch aufschreiben musste. Der Song ist neben „Deutsche Bahn“ der einzige bereits 2011 live-erprobte Titel des neuen Albums.
Übrigens ist der Text hemmungslos übertrieben. Das Einzige, woran ich merke, dass ich alt wäre, ist, dass ich meine Brille abnehmen muss, wenn ich etwas nah lesen möchte. „Sich-nichts-merken-können“ konnte ich früher schon.
Eddi: In Wirklichkeit merkt man ihm das Alter schon ziemlich deutlich an. Bei mir ist das natürlich ganz was Anderes.
Moment - was noch mal?

16. Jetzt ist deine Zeit

Eddi: Seit ich 2009 den spirituellen Lehrer Isaac Shapiro kennenlernte, fasziniert mich die Tatsache, dass wir immer nur Eines haben: Nämlich die Erfahrung dieses Augenblicks. Jetzt. Und dann haben wir die Aufmerksamkeit, die wir auf diesen Augenblick legen können und auf das Genießen. Oder eben nicht... ich jedenfalls bin ziemlich oft mit meiner Aufmerksamkeit eigentlich "in Gedanken" und damit ganz woanders als im Genießen des Jetzt. (Über all das entsteht gerade ein Buch, das im August beim Kreuz-Verlag erscheinen wird.)

Bei unserer winterlichen Kreativzeit im Januar 2010 in der Eifel fielen draußen die Schneeflocken, und ich experimentierte damit, welche Musik entsteht, wenn ich nicht darüber nachdenke, sondern einfach nur den Moment genieße und dabei Keyboard oder Gitarre spiele und singe. Heraus kamen Quinten, Textfragmente, eine Melodie - das Grundgerüst von "Jetzt ist deine Zeit". Die Musik war schnell fertig geschrieben, aber das Ausformulieren des Textes dauerte seine Zeit: Ich habe über fast zwei Jahre lang immer wieder über diesen paar Zeilen gebrütet. Ist leider nicht meine Stärke... Dän hat mir schließlich dabei geholfen, den Song fertig zu schreiben.
Ich mag Liedtexte, die viele Interpretationsmöglichkeiten offen lassen. Deshalb hat es mich gefreut, dass unser Produzent Uwe ganz andere Assoziationen mit dem Text verband als ich: Er dachte unwillkürlich an jemanden, der eine fatale Diagnose erhalten hat und nun den Rest seines Lebens intensiv genießt.
Es hat sich ergeben, dass zwei ungewöhnliche Songs den Rahmen unserer neuen CD bilden - "Zwei Welten" (nach dem Auftakt durch "Die Sonne scheint mir auf den Bauch") und "Jetzt ist deine Zeit". Wir hoffen, dass ihr, unsere Hörerinnen und Hörer, euch nicht nur bei diesen, sondern bei vielen Songs der "Zwei Welten" euren eigenen Reim macht; und dass unsere Musik in eure Welt fließt und so zwei Welten zusammenfinden - unsere und eure.

Trackliste

Die Sonne scheint mir auf den Bauch

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Zwei Welten

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Ich bin aus Hürth

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Ich weiß nicht, was ich will

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Lauter

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Tanzen im Regen

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Deutsche Bahn

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Nach Hause

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Schönen guten Morgen

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Mein Nachbar ist ein Zombie

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Das war nicht geplant

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Tief im Süden

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Irgendwer wird immer meckern

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Mein Morgen am Meer

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Scheiße Scheiße Scheiße

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Jetzt ist deine Zeit

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