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Wo bist du?

MUSIK: NILS OLFERT; TEXT: DANIEL „DÄN“ DICKOPF

Wir wohnten in der selben Gegend,
und wir haben so viel Zeit zusammen verbracht,
die selben Songs gehört, war'n Segeln oder Zelten.
Und mal bekloppt und mal bewegend,
ham wir uns jeden Tag was Neues ausgedacht,
und nachts im Park gesungen, bis die Hunde bellten.
Wir waren füreinander da, notfalls mitten in der Nacht.
Was hat das Leben bloß aus uns gemacht?
Du sitzt mir beinah' gegenüber:
Dieser Mann, der mal mein kleiner Bruder war
und ein Freund der allerbesten Sorte.
Und ich schau lange zu dir rüber,
doch ich krieg das einfach überhaupt nicht klar.
Was ist los? Ich finde keine Worte.
Ich hätte dir alles gegeben, notfalls auch das letzte Hemd.
Und jetzt sitzt du da und bist mir völlig fremd.
Ich erkenne dich nicht wieder.
Ich weiß nicht mehr, wer du bist.
Und ich frag mich, was dir irgendwann mal widerfahren ist.
Warum hast du mich angelogen und dich ganz zurückgezogen?
Warum schlägst du alle Türen zu?
Bitte sag mir: Wo bist du?

Ich trau mich kaum, es dir zu sagen,
doch dass du glücklich bist, das nehm ich dir nicht ab.
Du scheinst die Welt um alles zu beneiden.
Vielleicht muss ich mich selber fragen,
ob ich dich nicht schon längst komplett verloren hab.
Es scheint, als könntest du dein Leben selbst nicht leiden.
Ich würde dir am liebsten sagen: Nimm die Fäden in die Hand!
Wo ist der Typ, den ich so einzigartig fand?
Ich erkenne dich nicht wieder…
Wir sitzen uns fast gegenüber
und kriegen nur noch Smalltalk raus.
Ich wusste gar nicht, dass du rauchst.
Doch ich weiß, dass du vielleicht nicht mich,
aber dass du einen Freund zum Reden brauchst.
Ich erkenne dich nicht wieder...
Ich will nicht vergeblich hoffen,
aber meine Tür bleibt immer offen.

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