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Eddis Blog

03.02.2001: Samstag, 03. Februar 2001, 17:55

hier kommt ein kleiner persönlicher Tourbericht...



Vor etwa zwei Wochen habe ich mir ein "iBook" gebraucht gekauft, also einen tragbaren Apple Computer. Ich kann jetzt also unterwegs e-mails schreiben und auch abrufen und versenden und Texte schreibe. So kommt es, dass ich Euch auf der A4, irgendwo zwischen Chemnitz und Olpe, einen kleinen Mini-Tourbericht schreibe. Endlich wird eine sechsstündige Rückfahrt von Dresden wie heute nicht zu einem Marathon im Zeit-Totschlagen, sondern kann sinnvoll und abwechslungsreich verbracht werden (nach einer Stunde Zeitung lesen habe ich z.B. einfach keine Lust mehr).



Anfang der Woche sind wir nach Braunschweig aufgebrochen. Dienstag, 30.1.: Ich stand ungewöhnlich früh, nämlich um 7.30 Uhr auf (jaja, das Künstlerleben...) und packte meine Sachen für die kommende Woche.



Um 9:30 stand Daniel mit unserem Toyota Previa vor der Tür. Wir fuhren zum fünf Minuten entfernten Wise-Guys-Büro. Dort musste ein Sitz ausgebaut werden - so ist die Fahrerei komfortabler - und genügend CDs und anderes Merchandising sowie unsere endlich gereinigten Bühnenklamotten für die kleine Tour gepackt werden.



Um 18 Uhr war Soundcheck in der Braunschweiger Stadthalle; wir waren aber so früh, dass wir noch im Hotel vorher anderthalb Stunden die Füße hochlegen konnten.



Das Konzert lief ziemlich gut; meine Stimme hat sich allerdings erst jetzt wieder ganz von einer Erkältung erholt, die letzte Woche begann. Ich ließ deshalb bei diesem ersten Konzert noch ein Lied aus, das mich immer besonders anstrengt ("Ohne Dich"). Das Mövenpick-Hotel in Braunschweig war ganz hervorragend; wir übernachteten auch nach dem Paderborn-Bürener Konzert am folgenden Tag wieder dort, da wir dann einen Teil der Strecke nach Berlin bereits bewältigt hatten. Am Mittwoch kamen wir daher erst nach 2 Uhr ins Bett. Jaja, das Künstlerleben...



Freitag mussten wir bereits um 13:30 Uhr in Berlin sein, wo im Martin-Gropius-Bau die Auftaktveranstaltung des sog. Jahres der Lebenswissenschaften stattfand. Dieses ist vom Bundesforschungsministerium ausgerufen worden, und irgend jemanden hat der Teufel geritten, uns dazu eine Auftragskomposition schreiben zu lassen. Das haben wir auch gerne getan ("Höher Schneller Weiter"), zumal das Forschungsministerium gut zahlte... Leider war die Uraufführung am Freitagabend nicht von besonderem Erfolg gekrönt, was man eigentlich von der ganzen Veranstaltung sagen muss. Der Saal des Gropius-Baus ist so groß, dass der Nachhall an den einer Kathedrale erinnert. Dadurch ist die Textverständlichkeit sowohl von Rednern als auch bei einer Podiumsdiskussion als auch von gesungenen Texten sehr schlecht. Dazu kam, dass im Saal einige Anti-Gentechnik-Aktivisten saßen, die die Veranstaltung durch unpassendes Klatschen und eine Taschen-Alarmanlage störten. Sie bekamen leider nicht mit, dass die Veranstaltung auch kritische Elemente enthielt (z.B. unser Lied!). So herrschte während des ganzen Abends eine unaufmerksame Stimmung, viele Zuschauer wanderten vor dem offiziellen Ende ab. Schade!



In Berlin übernachtete ich bei einem guten Freund und war am nächsten Morgen mit meiner Schwester zum Brunch verabredet. Wunderbar, wenn mal Zeit für so was ist.



Bei der Fahrt gestern nach Dresden ging der Schnee los. Der Konzertsaal war ziemlich kalt, da die Heizung während der Aufführung wegen des Lüftungs-Lärms immer auf niedrige Stufe gedreht werden musste. Unser Konzert im "Alten Schlachthof" war für uns ein großer Erfolg: Wir sangen zum ersten Mal in Dresden, und die Veranstalter schafften es dennoch, an die 450 Zuhörer zusammen zu bekommen! Davon zahlten zwar nur etwa 200, der Rest hatte Freikarten, aber das tut dem erreichten Bekanntheitsgrad ja keinen Abbruch. Im Publikum saßen nur etwa fünfzehn (!) Zuschauer, die uns schon einmal gesehen hatten. Wir hatten also richtig Arbeit, um das Publikum für uns zu gewinnen, die mittlerweile fast selbstverständliche Vorschuss-Sympathie-Lorbeeren fehlten. Umso schöner war es zu erleben, wie die Stimmung immer besser wurde.



Jetzt haben wir noch etwa eine Stunde Fahrt durch die verschneite Republik vor uns. Es war eine schöne Woche! Herzliche Grüße an alle Leserinnen und Leser von Eurem Eddi.

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