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Dankbar für die Zeit

MUSIK & TEXT: DANIEL " DÄN" DICKOPF

Ich schaue auf den Boden. Ich zähle meine Schritte.
Ein Loch in meinem Herzen. Ein Loch in unsrer Mitte.
Ein Meer aus bunten Blumen, doch ich seh sie nur verschwommen.
Die Menschen, die dich liebten, sie alle sind gekommen
und versuchen, zu verstehen und einander Halt zu geben.
Ich hör den Pfarrer sagen, Sterben sei ein Teil vom Leben.
Ich hätte dir so gerne noch so viel gesagt.
Und ich hätte dich so gern noch so viel mehr gefragt.

Ich bin dankbar für die Zeit,
die wir zusammen hatten,
bin dankbar für das Licht,
und ich bin dankbar für den Schatten.
Doch ich kann es nicht verstehen.
Ich kann es nicht mal fassen,
dass Du nicht mehr bei uns bist.
Ich muss dich gehen lassen.

Nicht weit vom Haupteingang des Friedhofs,
wo andere Trauergäste warten,
liegt hinter einer Hecke ein kleiner Kindergarten.
So zerreißt ein helles Kinderlachen mal von Zeit zu Zeit
die Stille und die Leere und die Fassungslosigkeit.
Sogar in diesem Augenblick,
wenn man die Welt nicht mehr versteht,
will das Leben uns wohl zeigen, dass es trotzdem weitergeht.
Und es erinnert uns auf diese Art daran,
dass einem Abschied auch ein Anfang innewohnen kann.

Ich bin dankbar für die Zeit..

Ich warte immer noch darauf,
dass mich schnell jemand weckt,
dass jemand sagt: „Ein falscher Film!
Wir ham dich nur erschreckt!“
Die Wunde mag verheilen, irgendwann.
Aber eine große Narbe bleibt auch dann.
Jetzt gerade kommt’s mir vor, als lässt du mich allein.
Doch ich weiß: Du wirst für immer bei mir sein.

Ich bin dankbar für die Zeit...

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