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Das bedeutet Krieg

Musik & Arrangement: Edzard "Eddi" Hüneke
Text: Daniel „Dän“ Dickopf
Leadgesang: Clemens

Neulich musst’ ich wieder mal mein Schwesterherz besuchen.
Das mach’ ich nicht wirklich gerne,
zwar wohnt sie nicht in der Ferne
und sie backt ’nen ziemlich exzellenten Apfelkuchen,
aber wenn ich sie mal treffe,
ist da auch mein kleiner Neffe.
Der ist jedes Mal, wenn wir uns je gesehen haben,
so nach außen hin ganz friedlich,
manche sagen sogar „niedlich“.
Doch ich spür’, dass sich bei diesem achtjährigen Knaben
alle Anzeichen verdichten:
Dieser Knirps will mich vernichten.
Er sagt immer: „Du, ich hole
schon mal schnell die Spielkonsole,
meine Playstation zwei –
Hast du Angst? Bist du dabei?“

Das bedeutet Krieg!
Jetzt gibt’s nicht mehr viel zu lachen.
Der will mich nur fertigmachen.
Hier geht’s nur noch um den Sieg.


Das GamePad, das man mal vor hundert Jahren „Joystick“ nannte,
hat gefühlte vierzig Tasten,
und ich denke: „Wie geht das denn?“
Wir spiel’n ein Autorennen, das ich früher ganz gut kannte.
Ich bin gerade erst gestartet.
Er steht schon im Ziel und wartet.
Schon greift er gelangweilt zum brandneuen „FIFA Soccer“,
doch ich komm vor lauter Knöpfen
nicht zum Schießen oder Köpfen.
Schnell steht’s 0:8, und ich fall geradewegs vom Hocker.
Da hat er schon ohne Gnaden
so ein Horrorspiel geladen:
Einen harten Ego-Shooter,
und total gerissen tut er
so, als würd’s ihm nicht gefall’n,
mich andauernd abzuknall’n.

Das bedeutet Krieg...

Diese Schlacht hab ich verloren,
doch ich geb mich nicht geschlagen:
Ich sehe seine Mutter
sehr verständnislos an und
sage: „Du, mir kam zu Ohren,
dass die Psychologen sagen,
zu viel Ballerspiele seien
grad für Kinder ungesund.“
Tja. Mein kleiner Neffe liest jetzt jeden Tag ein Buch.
Und sein Onkel ist für ihn ein rotes Tuch.

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