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Der Rock’n’Roll ist tot

MUSIK & TEXT: DANIEL „DÄN“ DICKOPF

Ratte auf der Schulter, langgewachsnes Haar,
kreischende Gitarren, schon war alles klar.
Rocken gegen Kriege. Häuschen? Schönen Dank!
Angst in Nachbars Garten, Angst vor ernst gemeintem Punk.
Wollte man nen Aufstand oder provoziern,
reichte es, bestimmte Songs zu konsumiern.
Kreidebleiche Lehrer, echter Bürgerschreck.
Ein paar Jahre später ist das alles plötzlich weg!

Der Rock and Roll ist tot,
ja, den Rock and Roll gibt's nicht mehr.
Er galt lange als unsterblich,
doch das ist Ewigkeiten her.

Alle hör'n dasselbe. Segen oder Fluch?
Eltern schocken geht nicht: Die lesen selbst kein Buch!
Musik darf nix mehr kosten, in zehn Sekunden groß.
Sternchen ohne Botschaft, aber bitte kostenlos.
Mucke aufm Smartphone. Sound ist scheißegal.
Nur ein schneller Klick, die Wirkung marginal.
Über zehn Millionen. Virtueller Hit.
Sieben Stunden später alles absoluter Shit.

Der Rock and Roll ist tot,
ja, den Rock and Roll gibt's nicht mehr.
Er hat sich selber ausverkauft,
jetzt ist er ausgesaugt und leer.
Ein Wörtchen wie „laktose-intolerant“
hat vor ein paar Jahren noch kein Schwein gekannt.
Essen, Karriere: Alles streng nach Plan.
Möglichst schnell durchs Studium, Ernährung nur vegan.
Such den Grund, zu protestieren.
Such den Freund, der's ehrlich meint.
Trau dich, mal zu provozier'n.
Nur die Trägheit ist dein Feind!

Der Rock and Roll ist tot,
ja, den Rock and Roll gibt's nicht mehr.
Lasst ihn endlich auferstehen!
Sonst wird das Weiterleben schwer.

Der Rock and Roll ist tot,
ja, den Rock and Roll gibt's nicht mehr.
Und es trat nichts an seine Stelle.
Dieser Platz blieb einfach leer.

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