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Däns Blog

10.09.2009: Kurzer Gruß

Hallo zusammen,

ich möchte ganz herzlich danken, dass Ihr hier alle so lieb zu Noahs Geburt gratuliert habt. Habe mich sehr darüber gefreut!

Nach langer Pause bin ich jetzt wieder hier im Forum aktiv und beantworte einige Fragen, die von Fans gestellt wurden. Die Rubrik heißt "Däns Ecke". Viel Spaß beim Lesen.

Gleich geht's nach Hanau.

Liebe Grüße,
Euer
Dän

04.09.2009: Mein zweiter Sohn ist da!

Hallo zusammen,
ich bin im Juli zum zweiten Mal Vater geworden. Noah Paul David kam am 13.7. in der Kölner Uniklinik auf die Welt. Das Bild entstand wenige Tage nach der Geburt. Wir sind alle sehr glücklich, dass Felix einen kleinen Bruder hat!
Liebe Grüße,
Euer Dän

25.05.2009: Zum Kirchentagskonzert

Hallo liebe Leute,

habe mich gestern Abend und heute durch die zahlreichen Gästebucheinträge gekämpft und bedanke mich für das geniale Feedback. Wir haben das Konzert auch völlig fasziniert und dankbar erlebt und waren nachher alle richtig glücklich. Nicht nur, weil es 65.000 Menschen waren, sondern weil die Atmosphäre einfach fantastisch war. Es fällt mir persönlich schwer, das mit Köln oder Hannover zu vergleichen, aber das muss man ja vielleicht auch gar nicht. Es war einfach nur wunderschön und ich bin jetzt noch ein kleines bisschen "high" davon. Danke an alle, die dabei waren.

Ich habe natürlich auch die Beiträge bzw. Nachfragen zu diesem taz-Artikel gelesen. Es ist schade, dass da solche Gerüchte in die Welt gesetzt werden, aber ich nehme dazu trotzdem Stellung: Wir haben für unser gesamtes Mitwirken (Schreiben des Songs "Mensch, wo bist du?", Vorstellen des Songs im Rahmen eines Auftritts im Oktober 08 in Bremen, diverse Ankündigungen und Werbungen für den Kirchentag bei Presseterminen und in unseren regulären Konzerten - und natürlich das große Open Air auf der Bürgerweide selbst) eine Gesamtgage bekommen. Diese Gage war gemessen an unserem Einsatz extrem niedrig, ich nenne keine Zahl, aber es war nur ein Bruchteil dessen, was wir an einem einzigen "normalen" Konzert verdienen können. Und sie wurde NICHT von der "Kindernothilfe" oder gar von "Brot für die Welt" bezahlt, sondern vom Kirchentag selbst. Unsere Bürochefin hat eben noch einmal extra bei den Verantwortlichen angerufen und erfahren, dass die Kindernothilfe sich lediglich an den Kosten für die Durchführung der Veranstaltung (Bühne, Technik etc.) beteiligt hat. Und dass Hilfsorganisationen solche Veranstaltungen brauchen, um für ihre Sache zu werben, dürfte ja wohl einleuchten. Übrigens mussten Fans, die nicht am Kirchentag teilnahmen, ganz normal Eintritt für das Konzert bezahlen, Geld, das natürlich ebenfalls an den Kirchentag ging.

Wir haben sehr selten mit der Presse zu tun, insofern hat es auch noch nicht sehr häufig unfaire Artikel über uns gegeben, aber dass hier mit falschen Behauptungen der Eindruck erweckt wird, wir hätten da in irgendeiner Form "abkassiert", ist geradezu bösartig.

Bin, wie gesagt, trotzdem in extrem guter Stimmung. zwinker

Schöne Grüße,
Dän

23.04.2009: Neue Seite

Hallo zusammen,

ich bin gerade noch etwas unsicher, ob ich hier jetzt an der richtigen Stelle schreibe, aber ich wollte kurz erwähnen, dass die letzten "Nettigkeiten" wie die Reanimation des Buddy-Biber-Clips oder die kreativen Codes für Gästebuchbeiträge Rene zu verdanken sind, unserem Forumadmin und (zusammen mit Volker) Websiteneugestalter. Das ist also keinem von uns fünfen zu verdanken, obwohl die beiden natürlich eng mit Ferenc kooperieren. Die Überarbeitung war übrigens in erster Linie aus technischen Gründen notwendig geworden.

Wir haben heute wieder an neuen Songs geprobt, hat viel Spaß gemacht. Morgen haben wir noch einen Haufen Besprechungen, dann kommt eine Viertagestour Richtung Süden und dann eine gute Woche im Studio; wir werkeln dann in Bergisch Gladbach weiter an unserem neuen Album. Das tun wir mit Unterbrechungen noch bis Oktober, bevor es dann für unseren Üw ans Abmischen geht.

Euch ganz herzliche Grüße,
Euer
Dän

25.02.2009: Mittwoch, 25. Februar 2009, 18:22

Hallo zusammen,



die DVD ist jetzt fast fertig! Ich habe heute im Studio den fertigen Schnitt gesehen und den Sound gehört und bin echt begeistert. Es kommt sehr viel Atmosphäre und Energie rüber (obwohl ich die Show ja ganz gut kenne... zwinker ). Man bekommt definitiv einen sehr guten Eindruck davon, was wir machen.



Es gibt auf der DVD einen rund 90minütigen Mitschnitt von unserem Konzert im Capitol in Hannover zu sehen und einen Dokufilm über uns, der sich auch (aber nicht nur) mit unserer Übergangsphase von Clemens zu Nils befasst. Auch diesen Film haben wir bereits gesehen und finden ihn sehr gut. Und dann gibt's natürlich noch ein paar Extras.



Ein anderer Film über das Casting wurde im Auftrag des WDR gedreht; wann er im Fernsehen gezeigt wird, wissen wir noch nicht.



Auf der Newsseite wird es bis zur Veröffentlichung der DVD nach und nach weitere Informationen geben (Cover, Tracklist etc.), allerdings nicht ganz so im großen Stil wie bei einem neuen Studioalbum. Aber ich kann jetzt echt sagen, dass ich mich auf die DVD freue, sie macht wirklich Spaß.



Übrigens haben wir (zumindest die meisten von uns) schön Karneval gefeiert. Rosenmontag und Dienstag wurde auch Nils in die Geheimnisse des Fastelovends eingeführt. Er ist nach eigenen Angaben jetzt "infiziert". Ich hab ziemlich viele Fotos gemacht, die Ihr Euch in den nächsten Tagen auf der Newsseite anschauen könnt...



Morgen ist die Preview von "Slumdog Millionär", bin sehr gespannt! Und Sonntag sehen wir uns im E-Werk. Ich freu mich drauf!



Liebe Grüße,

Euer Dän

21.02.2009: Samstag, 21. Februar 2009, 17:51

YYYYYYYYEEEEEEEEAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHH!!!!!!!!




Der 1.FC Köln gewinnt mit 2:1 bei Bayern München (das erste Mal seit 1998), und es ist Karneval. Was will man mehr???



Fröhliche Grüße,

Dän

04.02.2009: Mittwoch, 04. Februar 2009, 0:14

Zwischenfrage



Ermutigt von Eddis wertvollem Beitrag möchte ich die Frage stellen, wie man das nennt, wenn sich jemand das Bildnis eines Feuerwehrautos in die Haut stechen lässt. Tatü-Tattoo?

26.01.2009: Montag, 26. Januar 2009, 16:28

Hallo zusammen,

alle, die gerade zu viel Zeit haben oder sich darüber ärgern, dass ich nicht immer zurückmaile, können ja mal meinen Jahresrückblick lesen. Viel Spaß!



Euer

Dän



Das Wise-Guys-Jahr 2008


Ein Rückblick von Dän

Das Jahr 2008 ist also endgültig rum. Für uns war es ein ganz besonderes, ein extrem erfolgreiches, aber ganz bestimmt kein einfaches Jahr. Höchste Zeit, noch einmal ganz kurz zurückzuschauen

Januar


Im Januar bereiteten wir uns intensiv auf die Veröffentlichung und die Präsentation unseres neuen Albums „Frei!“ vor. Das war insofern merkwürdig für uns, als wir zu diesem Zeitpunkt schon seit über zwei Monaten wussten, dass Clemens aufhören würde. Wir bereiteten uns also auf etwas richtig Neues – ein neues Album, eine neue Show – vor und wussten gleichzeitig, dass das Jahr des Abschieds begonnen hatte. Allerdings rückte das zunächst etwas in den Hintergrund.

Wir machten ausführliche Proben (insbesondere Choreografie), es gab neue Lichtstimmungen, eine neue Reihenfolge mit vielen neuen Songs... der Januar war sozusagen das „Trainingslager“ für die „Frei!“-Tour.



Außerdem versuchten wir erstmals, die Medien persönlich auf unsere neue CD aufmerksam zu machen. Wir riefen also höchstselbst bei diversen Fernsehsendern, Zeitungen und Radiostationen an und fragten höflich, ob man das neue Album denn mal bitte erwähnen könnte. Und siehe da: Die „Frei!“ erhielt mehr mediale Aufmerksamkeit als sämtliche unserer CDs vorher. Ob das nun an unseren Telefonaktionen lag oder an unserer allgemein gewachsenen Bekanntheit, wissen wir leider auch heute noch nicht.



Februar


Der Februar war der offizielle „Frei!“-Monat mit der Veröffentlichung des neuen Albums und dem Beginn der großen Albumtour.

Obwohl wir ja nun bekanntermaßen nicht zum ersten Mal ein neues Album herausbrachten, war die Anspannung vorher enorm groß. Wir hatten gut eineinhalb Jahre intensiv an dieser CD gearbeitet – natürlich mit vielen Unterbrechungen und unterschiedlich ausgeprägter Leidenschaft – und hatten tatsächlich einige Songs zurückgehalten, die unsere Fans also erst mit Erscheinen der Scheibe erstmals hören würden.



Deshalb waren wir beispielsweise sehr nervös, als wir im E-Werk die CD „vorab“ präsentierten, und machten deutlich mehr Fehler als noch in den Proben. Aber schon zur Spezialnacht in der Düsseldorfer Philippshalle war die Show dann ziemlich gut „in der Spur“. Die Reaktionen waren extrem positiv, und wir bekamen durch die tollen Fan-Resonanzen einen richtigen Schub für die lange Tour.



Dass das Album dann in der ersten Woche auf Platz 2 der deutschen Albumcharts landete, war natürlich genial, obwohl wir insgeheim auf die 1 geschielt hatten. Unsere Plattenfirma lud uns zum Feiern dieses großen Erfolgs nach Hamburg ein, wo wir auf St.Pauli angemessen Party machten und dann in einem Nightliner nach Freiburg zum nächsten Konzert kutschiert wurden.



Die gesamte Tour – der Anfang dauerte gut zweieinhalb Monate mit ganz kurzen Unterbrechungen! – wurde ein Riesenerfolg. Die „Frei!“ blieb vier Wochen in den deutschen Top Ten, ein halbes Jahr in den Top 100 und wurde so zu unserem erfolgreichsten Album überhaupt.



Eine Besonderheit fällt mir beim Rückblick auf den Februar noch ein: Recht früh auf der Tour hatten wir zwei Konzerten im jeweils ausverkauften „Schloss“ in Kiel. Eines am Montag und eins am Dienstag. Und diese beiden Konzerte waren absolut wie Tag und Nacht!

Obwohl wir nach unserer Einschätzung an beiden Tagen auf einem zumindest vergleichbaren musikalischen und energetischen Niveau agierten, war der Montag – was die Reaktionen des Publikums abgeht – höchst zurückhaltend und reserviert. Der Applaus zwischen den Songs war kurz, es gab kaum Zwischenlacher oder Szenenapplaus... wir waren tatsächlich ein bisschen enttäuscht, zumal wir das Kieler Publikum in allerbester Erinnerung hatten.

Am direkt darauf folgenden Tag wurden wir hingegen fast von der Bühne geblasen. Die Leute gingen von der ersten Sekunde an wahnsinnig gut mit, hörten bei Balladen aufmerksam zu, lachten, standen bei den entsprechenden Stücken auf, hatten eine Wahnsinns-Euphorie... es war fast der beste Abend der Tour. Einen Tag nach dem definitiv schlechtesten!



Ich habe daraus gelernt, dass die Frage, ob die Zuschauer in bestimmten Städten „besser oder schlechter“ mitgehen, nicht wirklich zu beantworten ist. Zumindest in Kiel hängt es ganz offensichtlich von der zufälligen Zusammensetzung eines Publikums an einem bestimmten Abend ab. Das sollte Bielefeld Hoffnung machen.

Übrigens saß in Kiel – zum Glück am zweiten Abend! - ein gewisser Nils Olfert im Publikum. Aber das wussten wir damals noch nicht.



März


Auch im März waren wir kreuz und quer auf „Frei!“-Tour unterwegs. Mittendrin im dichten Terminplan: Vier Abende im Bonner Pantheon-Theater.



Dazu muss man wissen, dass „das Pantheon“ in der Geschichte der Wise Guys eine große Rolle spielt. Schon lange, bevor wir selbst auch nur in der Nähe eines eigenen Konzertabends auf irgendeiner professionellen Bühne waren, hatten wir schon A-cappella-Gruppen wie „Five Live“ und die „Sechszylinder“ auf der Bonner Bühne bestaunt. Klammheimlich hatten wir den Wunsch, dort irgendwann, eines fernen Tages, selbst auftreten zu dürfen... und 1997 war es dann so weit. Rita Baus, die damalige Chefin, gab uns die Chance. Und unsere Fans waren schon damals, vor fast zwölf Jahren, immerhin so zahlreich, dass wir bei unserem Debüt sofort einen ebenfalls ausverkauften Zusatzabend geben „mussten“.



Was folgte, waren pro Jahr vier bis sieben Konzerte im Pantheon, und diese gehörten wirklich IMMER zu den schönsten in unserem Konzertjahr. Wir mochten viele MitarbeiterInnen des Pantheons, verstanden (und verstehen) uns blendend mit Rita Baus, genossen manches Mal die Party- bzw. Disco-Abende nach unseren Konzerten, und schon bald war die jährliche Pantheon-Reihe ein absolut liebgewonnenes Ritual. Zuletzt traten wir immer vor Weihnachten mehrere Abende dort auf und beendeten damit jeweils unser Konzertjahr.



Die Albumtour 2008 führte uns nun zum – vorerst – letzten Mal ins Pantheon, und an diesen vier Abenden wurde uns auch noch mal sehr deutlich vor Augen geführt, dass die Zeit eben leider nicht alles zum Guten verändert, ohne dass man da irgendjemandem einen Vorwurf draus machen könnte.

Aber es haben – was ein ganz natürlicher Prozess ist – viele der MitarbeiterInnen das Pantheon inzwischen verlassen, die wir damals liebgewonnen hatten. Einige von ihnen (z.B. „Steini“ und Harald) blieben, aber sogar die Chefin Rita Baus ist nun schon seit ein paar Jahren nicht mehr da.



Und noch etwas hatte sich verändert: Das Publikum. Der Saal ist toll, die Nähe zu den Zuschauern ist faszinierend, keine Frage. Man kann im Pantheon viel „privater“ agieren, die Leute können das Heben einer Augenbraue wahrnehmen. Das Problem: Wir hatten in den letzten Jahren praktisch kein „neues“ Publikum mehr.

Damit man mich nicht falsch versteht: Wir freuen uns selbstverständlich über alle, denen unsere Konzerte so viel Spaß machen, dass sie gleich mehrmals im Jahr eine Wise-Guys-Show sehen wollen. Aber im Pantheontheater, in dem in den ersten Jahren noch überwiegend Studenten und Leute, denen irgendwas von uns erzählt worden war, neugierig und ohne jede „Vorbelastung“ im Publikum saßen, waren es zuletzt tatsächlich in der absoluten Mehrheit Fans, die die Show – egal wieviele recht neue Lieder im Programm waren – bereits in und auswendig kannten. Und wenn man an vier Abenden in Folge die Bühne betritt und an JEDEM Abend sofort dieselben Gesichter im Publikum sieht, dann ist einem natürlich auch gleich klar, dass es schwer wird, diese Leute noch irgendwie zu überraschen oder zu verblüffen. Das zieht einen ein kleines bisschen runter, obwohl es ja völlig klar ist, dass ein Zuschauer am dritten Abend nicht über den selben Witz herzhaft lachen kann, den er an den beiden Abenden direkt zuvor bereits gehört hat. Und so war mancher Abend im Pantheon zuletzt leider gar nicht so großartig, wie es diese Perle von Kleinkunstbühne eigentlich verdient hätte.



Wir werden sicherlich wieder mal im Pantheon auftreten, aber jetzt machen wir erstmal Pause dort. Vielleicht finden wir ja auch eine Methode, um etwas weniger eingefleischten Fans eine Chance auf eine der wenigen Eintrittskarten zu geben. Wir werden sehen. Die 2008er-Erfahrung war zwar eher ernüchternd, aber das Pantheon selbst bleibt uns ein ganz, ganz besonderer Ort.



April


Im April ging die erste heiße Phase der Albumtour zu Ende. Wir waren rund zwei Monate auf Tour gewesen, mit wirklich sehr wenigen Unterbrechungen. Und mussten dem Pensum Tribut zollen: Die Konzerte in Braunschweig und Dresden mussten wegen einer Erkrankung von Clemens abgesagt werden. Die Show in Berlin hatte er so „gerade eben“ noch hinbekommen. Zum Glück fanden sich vergleichsweise schnell und problemlos Ersatztermine, und auch unsere Fans verhielten sich genial wie – fast - immer: Die allermeisten von ihnen reagierten auf unsere Entschuldigungen sehr verständnisvoll und kamen dann einfach fröhlich zu den Nachholterminen.



Mai


Den vermeintlichen „Wonnemonat“ verbrachten Eddi und ich zum Teil auf Borkum, um neue Songs zu schreiben – wie immer mit Erik Sohn und Rüdiger Dewitz. Dort entstand auch die Idee, Clemens einen „Abschiedssong“ anzubieten. Ich schlug ihm also vor, entweder einen komplett neuen Titel für ihn aus Anlass seines Ausstiegs zu schreiben oder ihm eine Coverversion nach seiner Wahl zu arrangieren. Clemens entschied sich für „Love is all around“, ein Lied, das in der Version der Band „Wet Wet Wet“ durch den Film „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ bekannt geworden war. Ich machte mich also an die Arbeit (die Nummer ist, wie sich herausstellte, nicht besonders komplex), und wir sangen diesen Song dann ab dem Spätsommer bei diversen Afterglows nach Konzerten.



Der Mai bot aber noch eine weitere „Bemerkenswertheit“: Im Tanzbrunnen fanden sich 14.000 Menschen zu unserem Open-Air-Konzert ein. Weltrekord für ein „bezahltes“ A-cappella-Konzert! Zum Glück spielte das Wetter mit. Es wurde ein wundervolles Erlebnis, Wahnsinnsstimmung. Der Tanzbrunnen ist einfach einzigartig!



Juni




Im Sommer sind traditionell weniger Konzerte. Biergartenwetter ist tendenziell ein Feind des Indoor-Konzerts... Wir nutzten die Zeit, um mal einen ganz besonderen technischen Test durchzuführen: Das In-Ear-Monitoring!



Hier muss ich erklärungstechnisch ein kleines bisschen ausholen. Wenn wir ein Konzert machen, ist selbstverständlich alles, was man im Saal hört, live und original von uns gesungen. Weil wir seit vielen Jahren nicht mehr vor 100 oder 200, sondern regelmäßig vor 2500 bis 6000 (und zu besonderen Gelegenheiten vor 14.000 oder 70.000...) Menschen auftreten, brauchen wir natürlich eine Außenverstärkung, damit man das, was wir singen, auch hören kann. Diese Verstärkung ist im Rückschall – also in ziemlich „matschigem“ Klang - auch für uns auf der Bühne so laut, dass es schwer wäre, genau herauszuhören, was man eigentlich gerade singt und was die Kollegen währenddessen so fabrizieren. Damit man auf der Bühne also ein differenziertes Klangbild dessen hat, was man singt, gibt es das „Monitoring“, die Selbstbeschallung.



Als wir überhaupt mit Mikros anfingen, waren das nur zwei Boxen, die, vorne an der Bühnenkante stehend, auf uns gerichtet waren. Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Boxen. Das Problem dabei: Je lauter der Sound dieser Monitoranlage wurde, desto mehr von diesem Klang wurde dann erneut über unsere Kopfbügel-Mikrofone in den Saal übertragen. Das machte es für unsere Toningenieure immer schwieriger, in richtig großen Hallen oder open air einen guten, differenzierten Sound hinzuzaubern. Auch Rückkopplungen und unerwünscht hochkommende Frequenzen wurden häufiger.



Beim In-Monitoring gibt es diese Probleme in dieser Form nicht. Jeder von uns hat einen (oder zwei) Kopfhörer-Knöpfe im Ohr, über die er sehr differenziert die anderen (und sich selbst) hören kann.



Der Nachteil besteht darin, dass das entsprechende Ohr natürlich ziemlich dicht nach außen abgeriegelt ist. Das ist sehr komisch und ungewohnt. Man kriegt nicht nur von der Saalatmosphäre weniger mit, sondern man hört auch die eigene Stimme viel „dröhnender“ im Kopf (den Effekt hat man ja genauso, wenn man sich beim Reden die Ohren zuhält.) Allerdings ist dieses Problem weniger ausgeprägt, wenn man eben nur einen Knopf benutzt, und so machen wir das momentan auch.



Ich muss zugeben, mich lange gegen das In-Ear gewehrt zu haben. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, so singen zu können. Aber es geht! Und es ist tatsächlich eine Qualitätsverbesserung. Nicht in jeder Hinsicht, aber in den wichtigen Punkten Sound, Rhythmik und Intonation ganz sicher. Der Juni 2008 brachte für uns also einen bühnentechnischen Neustart.



Weitere Besonderheiten im Juni: Unser erstes Konzert in Frankreich (Straßburg), das zwar vor vergleichsweise kleinem Publikum stattfand, mir aber wegen der netten Leute in guter Erinnerung geblieben ist, und unsere erste „Sommer-Totalnacht“. Wegen der Albumtour im Frühjahr hatten wir dieses große Benefizspektakel in den Sommer gepackt. Ein wunderbarer Abend. Wir hatten viel Spaß, es lief sehr rund und es kamen 40.000,- Euro für MISEREOR und die Wohngruppe Thier der „Guten Hand“ zusammen. Es ist ein tolles Gefühl, an zwei so wichtige Einrichtungen einen solchen doch richtig großen Betrag spenden zu können.



Juli




Der Juli 2008 war unser Ferienmonat. Am 15.7. lief die Frist für die Bewerbungen auf die Nachfolge von Clemens ab, und Eddi, der seinen Urlaub auf einem Familien-Bauernhof im Sauerland verbrachte, hatte sich bereit erklärt, später eintreffenden Bewerbungen zu sichten, da wir anderen drei zum Teil gar nicht in Deutschland waren. Dass ihm schließlich noch kistenweise Bewerbungen zugesandt wurden, konnte keiner ahnen. So musste Eddi einen Teil seiner Urlaubszeit damit zubringen, die zwölf Kandidaten für das Casting aus diesem Berg heruszufiltern. Seine Frau Vicky half ihm dabei.



August




Direkt Anfang August fand das „Casting“ statt, dass man eigentlich „Auditioning“ nennt, wie uns unser Produzent Uwe Baltrusch gleich eingangs väterlich erklärte. In der Musikhochschule Köln hatten zwölf Kandidaten jeweils ca. eine halbe Stunde Zeit, sich uns zu präsentieren. Außer den vier verbleibenden Wise Guys und Uwe war noch unser Gesangscoach Erik Sohn und unser Freund Peter Schneider (der „Klaviergott“) in der Jury.



Nach einem sehr langen und intensiven Tag entschieden wir uns am Abend für drei Bewerber, die wir für den nächsten Tag in die Finalrunde in das Studio unserer Plattenfirma luden. Dort setzten wir uns noch einmal intensiver mit den Kandidaten auseinander. Nils bekam den Zuschlag, was wir allerdings erst Ende Oktober bekanntgaben. Wir wollten Gelegenheit haben, einander in Ruhe kennenzulernen.



Im weiteren Verlauf des Augusts standen wir dann noch im Studio. Wir nahmen den Mottosong für den Kirchentag 2009 in Bremen auf („Mensch, wo bist du?“) und bereits erste Spuren für Songs von unserem neuen Studioalbum, das Anfang 2010 erscheinen soll. Clemens war bei den Aufnahmen schon nicht mehr dabei.



September




Der Spätsommer ist immer die Zeit, in der auch der Konzertbetrieb wieder intensiver wird. Die letzten vier Monate mit Clemens waren angebrochen. Wir entschlossen uns, diese Zeit zu einer Art „Clemens-Abschiedstour“ zu machen. Hätten wir normalerweise nach dem Sommer die ersten brandneuen Songs ins Programm genommen, die ja auch bereits fertig geschrieben und arrangiert vorlagen, setzten wir das Programm zusammen aus Titeln des aktuellen Albums „Frei!“ und aus älteren Stücken, in denen Clemens die Hauptstimme hat. Sogar der „Ohrwurm“ kam wieder auf die Bühne. Auf diese Weise wollten wir den Fans die Gelegenheit geben, diese Titel noch ein letztes Mal live von Clemens zu hören – und Clemens, sich gebührend zu verabschieden und feiern zu lassen.



So standen diese vier Monate dann auch wirklich ganz im Zeichen des Abschieds. Irgendwie war das eine für uns sehr ungewöhnlich lange Phase des inhaltlichen Stillstands, denn natürlich hatten wir im zweiten Halbjahr 2008 schon stark das Bewusstsein, dass es wenig Sinn ergibt, jetzt noch in der alten Besetzung extrem viel zu proben. Und wir übten ja parallel schon mit Nils – ohne mit ihm aufzutreten. Andererseits war diese „Abschiedszeit“ sicher etwas, was vielen Fans wichtig war.



Oktober




Im Oktober machten wir eine Woche lang Herbstferien. Ich wurde sofort krank – ein Zeichen dafür, dass die Zeit davor stressiger und anstrengender gewesen war, als ich realisiert hatte. Die Frage nach dem Verlauf von Abschied, Übergang und Neubeginn kostete doch viel Substanz.



Nils besuchte uns bei Konzerten in der Alten Oper Frankfurt und der Kölner Philharmonie, um schon mal einen Eindruck von seinem künftigen Beruf zu erhalten. Wir nutzen die Gelegenheit schon zu gemeinsamen Proben auf der Bühne mit Verstärkung und In-Ear-Monitoring und waren überrascht, wie homogen der Klang in der neuen Besetzung schon in dieser Phase war.



November




Der November war vollgepackt mit Konzerten. Das ist er eigentlich immer, und jedes Jahr haben wir vorher ein bisschen Sorge, ob man stimmlich und gesundheitlich alles auf die Kette kriegt. Aber meistens klappt es. Wichtigste Termine waren diesmal die beiden Shows im Capitol, bei denen wir die Aufzeichnungen für unsere kommende DVD machten. Die Konzerte liefen sehr gut, die Atmosphäre in diesem Saal ist ohnehin einzigartig. Wir sangen weiterhin das Clemens-Abschied-Programm, dazu kam dann aber auch schon der erste Gastauftritt von Nils, der sich mit den Songs „Moin!“ und „Angels“ den Wise-Guys-Fans vorstellte – und großartig begrüßt und gefeiert wurde. Feuertaufe bestanden!



Dezember




Auch im Dezember waren wir viel auf Reisen. Eine Tour führte uns in den Süden, wo wir in München in der Zenithhalle vor über 5000 Menschen sangen. Ein tolles Konzert. Über Augsburg, Salzburg und Innsbruck (auch hier absolut geniale Stimmung) fuhren wir schließlich nach Bozen – unser erstes Konzert in Italien. Und das sollte einer dieser besonderen Abende werden, die unseren Job unter anderem so faszinierend machen:

Der Abend stand eigentlich unter keinem besonders günstigen Stern. Es war das fünfte Konzert am fünften Abend in Folge, wir hatten viel Fahrerei in den Knochen, manche waren stimmlich leicht angeschlagen. Da wir zum ersten Mal in Bozen auftraten und die Werbung sich als schwierig erwiesen hatte, war das Konzert nicht ganz ausverkauft.

Und dann gehen wir raus auf die Bühne, und die knapp 600 Zuschauer feiern uns mit einer Begeisterung, als wären wir Genscher auf dem Botschaftsbalkon. Alle Müdigkeit und Mattheit war bei und sofort wie weggeblasen. Und so entstand von der ersten Sekunde an diese wechselseitige Energie, die das Konzert zu etwas ganz Besonderem machte und uns dazu veranlasst, unbedingt wieder nach Bozen zu wollen.



Der Dezember – und das Jahr 2008 – endete mit Clemens’ Abschiedskonzert in Essen.



P.S. Inzwischen haben wir (Stand: 26.1.09) schon die ersten Konzerte mit Nils hinter uns, es läuft super! Und wir schreiben gerade in der Eifel weitere Songs für die Bühne und für unser neues Album, das im Januar 2010 erscheinen soll.

09.01.2009: Freitag, 09. Januar 2009, 15:47

Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr!



Ich bin ebenfalls sehr froh über das gestrige Konzert. Es war für uns eine sehr aufregende Geschichte, nicht nur wegen Nils, sondern auch, weil wir so viele neue Songs uraufgeführt haben. Aber Nils hat das fantastisch gemacht gestern, und über die Resonanz auf die neuen Songs - trotz kleinerer Textpatzer (*hüstel*) - habe ich mich riesig gefreut.



Das könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein... zwinker



Fröhliche Grüße von

Dän

04.12.2008: Donnerstag, 04. Dezember 2008, 9:50

Allgemeine Bitte an alle von mir: Bitte schickt mir Euer Feedback als E-Mail an (Javascript muss aktiviert sein, um diese -MAil-Adresse zu sehen) und nicht mehr ins Gästebuch!!!

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