Münstersche Zeitung 15.09.2009:

Engel im Scheinwerferlicht

Von Günter Moseler am 14.09.2009 18:12 Uhr
MÜNSTER Zwischen Stars und Fans entspinnen sich nicht selten die rührendsten Liebesaffären. Die der Wise Guys und ihres Publikums schien in der Halle Münsterland schier zu eskalieren.

Hohepriester

Als die Helden des A-Cappella-Gesangs in T-Shirts auf die Bühne stürmten, war es, als stürzten sie sich kopfüber in ein Meer der Begeisterung. Der Neue im Gesangsquintett, Nils, wurde von seinen Kollegen mit „Angels“ von Robbie Williams begrüßt. Bühnennebel stiegen wie Weihrauch auf, während die Wise Guys wie Hohepriester legendäre musikalische Vergangenheiten zelebrierten.

Die Scheinwerfer rührten nun etwas wahllos in diversen Farbtöpfen, switchten von Rot zu Orange zu Lila. Mit unausweichlicher Ironie mischte sich „Wo der Pfeffer wächst“ dazwischen. „Alles geht in die Luft“, warnten die Wise Guys und beschrieben damit die Flugbahn ungehemmter Fan-Sympathie.

Siebter Himmel

Dabei erschienen die „Guys“ nach der Pause sogar brav in schwarzen Anzügen. Jedes beliebige Blau der Scheinwerfer stieg nun in den siebten Himmel, jeder Titel, ob alt, ob neu, ob mächtig oder mittelprächtig, provozierte Beifallsstürme, kollektive Rundgesänge und Spruchsalven. Auf der Bühne kreisten die Hüften, faszinierte der „Moonwalk“, wurde das Feuerwerk der Hits von „Mädchen, lach’ doch mal“ bis „Es ist Sommer“ eröffnet.

Ein galaktisches Toben und Tosen ohnegleichen, die Mikrofone explodierten, die Halle hob ab. Beinahe benommen wankte man ins Freie, vom Nachhall überschäumender Lebensfreude gänzlich betäubt. Unfassbar!

 
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