Südkurier 10.11.2009:
Lauter Ohrwürmer
Fünf Sänger, fünf Stimmen, fünf Charaktere, fünf Garanten für ein Konzerterlebnis der besonderen Art: die Wise Guys. Ein Geheimtipp ist die A-cappella-Band aus Köln schon lange nicht mehr, ihre Alben belegen in den deutschen Charts mit schöner Regelmäßigkeit die Top Ten, und so verwunderte es nicht, dass ihr erstes Konzert im westlichen Bodenseeraum in der Stadthalle Singen sprichwörtlich den Boden beben ließ.
„Wir sind wieder da“, legten die Fünf gleich mal los, und vom ersten Takt an stimmte die Chemie zwischen den Kölner Jungs und ihren Fans, es wurde gemeinsam gefeiert, gesungen und getanzt, was das Zeug hielt. Instrumente sind hier fehl am Platz, jeder von ihnen ist sein eigener Klangkörper: Edzard „Eddi“ Hüneke, Daniel „Dän“ Dickopf und Marc „Sari“ Sahr geben den Bariton, Ferenc Husta den Bass, und der „Neue“, Nils Olfert aus Kiel, ist für den Tenor zuständig. Olfert ist für Clemens Tewinkel eingesprungen, der nach knapp vierzehn Jahren in der Band lieber an einem eigenen Bürotisch arbeiten wollte. „Dieser Tisch wäre aber auf der Bühne nicht so gut angekommen“ – deshalb die Neubesetzung durch Olfert.
Derlei saukomisches Geplänkel zog sich durch den ganzen Abend, dafür werden die Wise Guys von ihrem Publikum geliebt, das in einer unglaublich bunten Durchmischung die Stadthalle füllte: Kinder, Jugendliche, deren Eltern und Großeltern, alle waren sie gekommen, um gemeinsam mit den Jungs auf der Bühne ein große Party zu feiern. Die hatten ein leichtes Spiel mit ihrem Publikum, Ohrwürmer wie „Wo der Pfeffer wächst“, „Radio“ oder „Jetzt ist Sommer“ wurden heiß ersehnt und noch hitziger bejubelt, als sie zum Besten gegeben wurden.
Aber nicht nur das, die Fans kamen den ganzen Abend über in den Genuss, in das neue Album der Jungs reinzuhören, das im nächsten Januar auf den Markt kommt. „Wir wissen noch nicht, wie das nächste Lied letzten Endes heißen wird und ob es in das Album kommt, aber wir singen es einfach mal“, kündigte Dän diese Stücke zumeist an.
Den Knaller des Abends markierte sicherlich das Lied „Der Mann der alles zweimal machte“. Der ironischen Natur der Wise Guys entsprechend sang Eddi das gute Stück gleich zwei Mal nacheinander – was für Laune und viel Spaß sorgte.
Mit „Sing mal wieder!“ fiel die ganze Stadthalle in einen gigantischen Chorus ein, der noch lange im Ohr nachhallte, und bei „Ruf doch mal an“ bebte der absenkbare Hallenboden in den vorderen Reihen bedenklich, so dass die Hallen-Techniker nicht nur ein Auge drauf warfen; aber am Ende blieb alles stehen. Denn wie heißt es so schön in einem Text der Wise Guys: „Singen macht Spaß, Singen ist gesund.“ Das stimmt, und mit den Wise Guys sowieso.
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